18.09.2003

Einstein. The Formative Years, 1879-1909

Howard, Stachel

Einstein. The Formative Years, 1879-1909

Hrsg. von D. Howard u. J. Stachel.
Birkhäuser, Basel 2000. VIII + 258 S., Hard cover,
ISBN 0-8176-4030-4

Wie kommt ein Genie auf seine Ideen? Diese Frage stellt sich der staunende Normalbürger jedes Mal aufs Neue, wenn er mit geis tigen Großtaten konfrontiert wird. Im Falle Einsteins, des Weltweisen, bewegte diese Frage bereits Generationen von Historikern, Physikern und Philosophen. Und Versuche, den Wurzeln dieser Genialität auf die Spur zu kommen, gab es inzwischen mehrfach. Dass Howard und Stachel mit ihrer Sammlung von Beiträgen verschiedener Autoren einen neuerlichen Anlauf in dieser Hinsicht unternehmen, hat unter anderem damit zu tun, dass sich die Quellenlage in den vergangenen Jahren verbessert hat. Dies gilt insbesondere seit dem Auffinden der "Liebesbriefe", die zwischen dem jungen Albert und seiner Studienkollegin Mileva Maric gewechselt wurden. Außer Zweifel steht die Tatsache, dass zumal die frühen Jahre eines Wissenschaftlers entscheidend für seinen späteren Forschungs- und Denkstil sind.

Zwei große thematische Blöcke prägen den Aufbau des Buches: Da ist einerseits der lernende und seine naturwissenschaftlichen Interessen entwickelnde Einstein, und andererseits der kreative Forscher. Was den heranwachsenden Jungphysiker betrifft, so ist das Feld der möglichen Einflussfaktoren überaus breit gestreut. Zum einen wird auf populärwissenschaftliche Literatur verwiesen, die Einstein in jungen Jahren gelesen hat. Zum anderen wird der universitären Ausbildung breiter Raum gegeben - ein Kapitel, das aus Einsteins Sicht nicht nur positiv verlaufen ist, wie an dem durchaus ambivalenten Verhältnis zu seinem Züricher Lehrer H. F. Weber abzulesen ist. Schließlich wird auch auf den Kantianismus verwiesen, der in jenen Jahren dem universitären System seinen Stempel aufgeprägt hat. Der zweite Teil des Buches behandelt den aktiven Forscher in seiner schöpferischen Phase. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei naturge mäß die Arbeiten jenes Wunderjahres, die den Berner Patentprüfer zum Jungstar der theoretischen Physik avancieren ließen. Gelegentlich mögen die Ausführungen - etwa wenn es darum geht, warum Einstein das bosonische Quantengas nicht schon wesentlich früher vorgeschlagen hat - etwas spekulativ anmuten. Dem positiven Gesamt eindruck, den das vorliegende Werk hinterlassen hat, tut dies jedoch keinen Abbruch. Schließlich haben wir Normalsterblichen wieder einmal die Gelegenheit, einen Blick auf das Heranwachsen eines Genies zu werfen.
Dr. Manfred Jacobi, Memmingen

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