15.01.2026

Erstmals „Spikes“ im Synchrotronlicht direkt beobachtet

Trans­versale Intensitäts­schwan­kungen ver­raten die Größe der Röntgenlicht er­zeu­gen­den Elek­tronen­wolken in den Undu­la­toren.

Obwohl Synchrotron­strahlung oft als räumlich weitgehend homogen angesehen wird, weist dessen elektro­magnetisches Feld in der Regel ausge­prägte Schwan­kungen auf und zwar sowohl zeitlich als auch räumlich. Die Intensitäts­spitzen enthalten Informa­tionen über die Eigen­schaften der Elektronen­pakete, die das Röntgen­licht erzeugen. Ein Team um Andrei Trebu­shinin und Svitozar Serkez von European XFEL hat diese Schwan­kungen nun erstmals genutzt, um störungs­frei die Größe des Elek­tronen­strahls in einzel­nen Segmenten eines Undu­la­tors zu messen. Bei Röntgen­lasern wie dem European XFEL bestehen die Undula­toren aus zahl­reichen fünf Meter langen Seg­menten. Aneinander­gereiht bilden sie eine zum Teil mehr als zwei­hun­dert Meter lange Magnet­struktur.

Das Experiment wurde an der SASE1-Beamline des European XFEL unter Verwen­dung vorhan­dener Mess­geräte durchge­führt: einem Silizium­mono­chromator und einem bild­erzeu­genden System. „Die kurzen Elek­tronen­pakete aus unserem Linearbeschleuniger sind der Schlüssel“, erklärt Trebu­shinin. Die Methode könnte grundsätzlich auch bei Speicherringen angewandt werden. Aufgrund der Länge der Bündel in Speicher­ringen würde ein solches Gerät jedoch Mono­chroma­toren mit ultra­hoher Auflösung erfordern. „Hier können wir das einfach mit dem vorhan­denen Gerät unserer Anlage machen“, sagt Trebu­shinin. Die Informa­tionen werden ausschließ­lich aus den statis­tischen Intensitäts­schwankungen gewonnen, ähnlich wie beim Hanbury-Brown-Twiss-Experiment zur Messung des Winkel­durch­messers von Sternen, das in den 1950er Jahren die Stern­astronomie revolutio­nierte.

Die Messungen sind wichtig für fortge­schrittene XFEL-Betriebs­konzepte wie dem Erzeugen von Atto­sekunden­pulsen, dem Self-Seeding oder dem gleich­zeitigen Experimen­tieren mit zwei unter­schied­lichen Röntgen­wellen­längen. Die neue Methode ermöglicht eine segment­weise Diagnose und macht die viel­fache Instal­lation von Draht­scannern über­flüssig. „Dies ist eine beein­druckende Demonstration des statis­tischen Optik­effekts, der auf das Synchrotron­licht angewandt wird“, erklärt Gianluca Geloni, Gruppenleiter bei European XFEL. Das Forschungs­team umfasste Mitarbei­tende von European XFEL und DESY im Rahmen eines Forschungs- und Ent­wicklungs­programms für Freie-Elektronen-Laser. [EuXFEL / dre]

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