02.01.2026

Bazinga! Physiker lösen ein Problem aus The Big Bang Theory

Fusionsreaktoren könnten dazu beitragen, Licht in aus exotischen Skalaren gebildete Dunkle Materie zu bringen.

Ein Professor der Universität von Cincinnati und seine Kollegen haben etwas herausgefunden, was zwei der berühmtesten fiktionalen Physiker nicht geschafft haben: die theoretische Beschreibung der Produktion von Axionen in Fusionsreaktoren. Die Teilchenphysiker Sheldon Cooper und Leonard Hofstadter, WG-Genossen in der Sitcom „The Big Bang Theory“, haben sich in drei Episoden der 5. Staffel mit diesem Problem beschäftigt, konnten es aber nicht lösen.

UC Professor Jure Zupan is a theoretical physicist who studies topics such as dark matter.
UC-Professor Jure Zupan ist ein theoretischer Physiker, der sich mit Themen wie Dunkler Materie befasst.
Quelle: Joseph Fuqua II, U Cincinnati

Nun glauben UC-Physik­professor Jure Zupan und seine Mit­auto­ren, theo­re­ti­sche Phy­si­ker am Fer­mi­lab, am MIT und am Tech­ni­on, eine Lö­sung ge­fun­den zu haben. In ih­rer Ar­beit be­trach­te­ten sie einen Fu­sions­reak­tor wie ITER, der mit Deu­te­ri­um und Tri­tium in ei­nem mit Li­thium aus­ge­klei­de­ten Be­häl­ter be­trie­ben wird und der­zeit in einer glo­ba­len Zu­sam­men­arbeit in Süd­frank­reich ent­steht. Ein sol­cher Reak­tor würde auf­grund des großen Neu­tro­nen­flus­ses nicht nur Ener­gie, son­dern mög­li­cher­wei­se auch Teil­chen des „dunk­len Sek­tors“ pro­du­zie­ren.

„Neutronen inter­agieren mit dem Mate­rial in den Wänden. Die daraus resul­tie­ren­den Kern­reak­tio­nen können dann neue Teil­chen erzeu­gen“, sagte er. Die zweite Mög­lich­keit, wie die neuen Teil­chen ent­ste­hen kön­nen, be­steht darin, dass Neu­tro­nen von den ande­ren Teil­chen ab­pral­len und lang­samer wer­den, wobei die neuen Partikel Ener­gie als Brems­strah­lung abgeben. Bei den neuen Teil­chen könnte es sich um Axio­nen oder zumin­dest um axion­ähn­li­che Teil­chen han­deln. Und genau hieran sind die fik­tio­na­len Phy­si­ker der Serie ge­schei­tert.

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„The Big Bang Theory“ lief von 2007 bis 2019 und wurde mit sieben Emmys ausgezeichnet. Laut Nielsen gehört die Serie nach wie vor zu den meist­gese­he­nen Sen­dungen aller Strea­ming-Dienste. „Die Grund­idee unserer Arbeit wurde vor Jahren in TBBT ange­rissen, aber Sheldon und Leonard konnten sie nicht umsetzen“, sagt Zupan. In einer Folge sind auf einer White­board eine Glei­chung und ein Dia­gramm zu sehen, die be­schrei­ben, wie Axio­nen von der Sonne erzeugt werden. In einer späteren Folge erscheint eine weitere Glei­chung auf einer anderen Tafel. Unter den Berech­nungen in einer anderen Stift­farbe ist ein unver­kenn­bares trau­riges Gesicht zu sehen – als Einge­ständ­nis für den Miss­erfolg.

Die Gleichung von Leonard und Sheldon schätzt die Wahr­schein­lich­keit ab, Axio­nen aus ihrem vor­ge­schla­genen Fusions­reaktor im Ver­gleich zur Sonne zu detektieren – mit ent­muti­gen­den Er­geb­nis­sen, was das trau­rige Gesicht erklärt.

„Die Sonne ist ein riesiges Objekt, das viel Energie produ­ziert. Die Wahr­schein­lich­keit, dass neue Teil­chen von der Sonne erzeugt werden, die zur Erde strömen, ist größer als die Wahr­schein­lich­keit, dass sie in Fusions­reak­toren unter Ver­wen­dung der­selben Pro­zesse wie in der Sonne pro­du­ziert werden. Man kann sie jedoch immer noch in Reak­toren unter Ver­wen­dung anderer Pro­zesse erzeugen“, sagte er.

Die Figuren in der Serie sprechen in den Episoden nie über Axionen oder die White­boards. Sie sind nur ein Easter Egg für Physiker in einer Serie, die dafür bekannt ist, wissen­schaft­liche Konzepte wie Schrödingers Katze und den Doppler-Effekt in ihre Handlungsstränge einzu­bauen, zusammen mit Gast­auf­tritten von Nobel­preis­trägern oder „Raum­schiff Enter­prise“-Darstel­lern, die sich selbst spielen.

„Deshalb ist es als Wissenschaftler so fan­tas­tisch, diese Serie zu sehen“, sagte Zupan. „Die Witze haben viele Ebenen.“ [UC / dre]

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