21.01.2014

Neue Doppelspitze am Heinrich-Hertz-Institut

Martin Schell und Thomas Wiegand sind die neuen Institutsleiter am Berliner Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut.

Die neuen Institutsleiter sind seit Anfang des Jahres im Amt und bringen ausgewiesene wissenschaftliche Exzellenz in ihren Fachgebieten mit. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten sind auch im Alltag zu finden: Mehr als eine Milliarde Endgeräte nutzen beispielsweise die von Thomas Wiegand mitentwickelten Kompressionstechnologien zur Übertragung von Videos. Etwa jedes zweite im Internet transportierte Bit berührt ein optisches Bauteil aus dem Fraunhofer-HHI. Auch dank den Arbeiten von Martin Schell im Bereich der Photonik. Beide Institutsleiter haben eine Professur an der TU Berlin inne, Schell für das Fachgebiet Optische und Optoelektronische Integration, Wiegand für das Fachgebiet Bildkommunikation.

Abb.: Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand (links) und Prof. Dr. Martin Schell (rechts) haben zum 1. Januar 2014 die Institutsleitung am HHI übernommen. (Bild: Fh.-HHI)

Schell arbeitet seit 2005 am Institut und leitet die Abteilung Photonische Komponenten. Dort stehen optoelektronische Halbleiterbauteile für die Übertragung von Daten im Zentrum. Er hat die Abteilung auf über 80 Mitarbeiter ausgebaut. In internationalen Forschungsprojekten arbeiten er und sein Team an Technologien für die optische Datenübertragung von bis zu einem Terabit pro Sekunde. In Berlin ist der promovierte Physiker eng mit der lokalen Wirtschaft vernetzt. Beispiele sind Ausgründungen wie VPIphotonics oder u2t Photonics, die mit Venture-Capital gegründete Firma Cogo Optronics oder der Branchenverbund OptecBB, dessen Vorstand Schell seit 2013 angehört.

Thomas Wiegand hat sich insbesondere bei der Videocodierung einen Namen gemacht. Der von ihm mitentwickelte Kompressionsstandard H.264/MPEG-AVC ermöglicht mobiles und hochauflösendes Fernsehen, Filme auf DVD und Videos auf dem Handy. Im Vergleich zu früheren Verfahren werden mittlerweile für die Codierung und Übertragung bewegter Bilder nur noch halb so viele Bits benötigt – ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Zahlreiche Preise zeigen die Bedeutung seiner Forschung. Wiegand arbeitet seit 2000 am HHI, bisher als Chef der Abteilung Bildverarbeitung.

HHI / AH

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