07.06.2021

Rohbau für FAIR-Ringbeschleuniger vollendet

Der Ringtunnel besteht zwei parallel nebeneinander verlaufenden Tunnelbereichen.

Er ist ein zentraler Teil des künftigen Beschleuniger­zentrums FAIR, das derzeit in inter­nationaler Zusammenarbeit beim GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt entsteht, und zugleich das Herzstück eines der größten Bauvorhaben für die Forschung weltweit: der große, 1100 Meter umfassende unterirdische Ring­beschleuniger SIS100 auf dem nördlichen FAIR-Baufeld. Wo vor wenigen Jahren der erste Spatenstich gesetzt und damit der Start der Hoch- und Tiefbau­arbeiten markiert wurde, ist nun ein wichtiger Schritt erreicht: Die Rohbau­arbeiten für den SIS100 sind vollendet, der Ringschluss der Tunnelanlage ist erfolgt, die Betonnage der letzten Tunneldecke gegossen. Der Ringschluss stellt ein wichtiges Etappenziel im Realisierungs­ablauf des gesamten FAIR-Projekts dar.

Abb.: Wo vor wenigen Jahren der erste Spaten­stich gesetzt wurde, ist nun ein...
Abb.: Wo vor wenigen Jahren der erste Spaten­stich gesetzt wurde, ist nun ein wichtiger Schritt erreicht: Die Rohbau­arbeiten für den Ring­beschleuniger SIS100 sind vollendet. (Bild: Porr)

Der große Ringtunnel besteht aus den beiden parallel nebeneinander verlaufenden Tunnel­bereichen, zum einen für die Beschleuniger­maschine, zum anderen für die entsprechenden technischen Versorgungs­einrichtungen. Die Bodensohle liegt in 18 Meter Tiefe. Errichtet wurde der Beschleunigerring in mehreren, jeweils rund 25 Meter langen Segmenten. Nach der Vollendung der tragenden Teile, der Bodenplatten, der Wände und der Deckenkonstruktion steht als nächstes die Montage der Technischen Gebäude­ausrüstung wie Elektro­versorgung, Klimatechnik oder Sicherheits­technik an. Die Baugrube wird nun sukzessive verfüllt, worauf obererdig zusätzliche Baustellen­einrichtungs­flächen hergerichtet werden. Nachdem die letzte Decke betoniert wurde, wird noch eine Logistik­öffnung offengehalten, um den Großteil der Schalung für den Tunnel dort ausheben zu können. Später wird auch sie verschlossen werden.

Der SIS100 ist ein Projekt der Superlative, was sich auch in einigen Eckdaten wider­spiegelt: In der Baugrube Nord mit ihrem unter­irdischen Ring­beschleuniger als zentraler Gebäude­struktur wurde insgesamt knapp eine Million Kubikmeter Erde für den Bau ausgehoben, die zu einem großen Teil wieder an Ort und Stelle verfüllt wird. Insgesamt wurden etwa 159.000 Kubikmeter Beton für den SIS100-Beschleuniger­ring verbaut, rund 27.000 Tonnen Stahl sorgen für verlässliche Stabilität des unter­irdischen Bauwerks.

Der technische Geschäfts­führer von FAIR und GSI, Jörg Blaurock, zeigte sich erfreut über den Abschluss dieser für das gesamte FAIR-Projekt so wichtigen Etappe: „FAIR ist ein wissenschaftlich und technisch außer­gewöhnliches Bauvorhaben. Es erfordert maßge­schneiderte Lösungen sowie das Ineinander­greifen zahlreicher Einzel­gewerke. Deshalb sind in unserer inte­grierten Gesamtplanung Hoch- und Tiefbau, Beschleuniger­entwicklung und -bau sowie die wissen­schaftlichen Experimente eng aufeinander abgestimmt. Der jetzt erfolgte Ringschluss ist das Ergebnis präziser Planung und Umsetzung und ein substan­zieller Fortschritt des gesamten Projektes. Die enge Verzahnung und integrierte Abstimmung mit allen beteiligten Parteien und Stakeholdern ist ein entschei­dender Eckpfeiler der Realisierungs­strategie für das FAIR-Projekt.“ 

GSI / JOL

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