Satellit 'Planck' lauscht dem Echo des Urknalls
15 Monate lang wird der Forschungssatellit die sogenannte kosmische Hintergrundstrahlung detailliert untersuchen
Vier Monate nach dem Start ins Weltall hat der europäische Satellit «Planck» mit der Vermessung des Urknall-Echos begonnen. 15 Monate lang wird der Forschungssatellit die sogenannte kosmische Hintergrundstrahlung detailliert untersuchen, das Nachglimmen des Urknalls vor mehr als 13 Milliarden Jahren. Das dabei gesammelte Datenmaterial werde Forscher noch jahrzehntelang beschäftigen, heißt es in einer am 17. September 2009 in Paris veröffentlichten Mitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
Die Messinstrumente von «Planck» sollen extrem kleinräumige Temperaturschwankungen entdecken und können noch Bereiche mit einer Ausdehnung eines Millionstel Grads unterscheiden. «Es ist, als ob man von der Erde aus die Körpertemperatur eines Hasen auf dem Mond messen wollte», erläuterte die ESA.
Das sogenannte «Echo des Urknalls» erfüllt den gesamten Kosmos und stammt aus der Ära, als das heiße, junge Universum erstmals durchsichtig wurde. Deshalb wird diese allgegenwärtige Mikrowellenstrahlung auch das älteste Licht der Welt genannt. Es entstand rund 380 000 Jahre nach dem Urknall - ein Wimpernschlag verglichen mit dem heutigen Weltalter von 13,7 Milliarden Jahren. Von dem ehemals glutheißen Feuerball hat sich der Mikrowellenhintergrund bis heute auf frostige minus 270,45 Grad Celsius abgekühlt. Die Wellenlänge dieser Strahlung liegt heute im Mikrowellenbereich, daher der Name Mikrowellenhintergrund.
«Planck» soll in den kommenden 15 Monaten den gesamten Himmel kartieren und so die bislang genaueste Karte des Urknall-Echos liefern. Die Kosmologen erwarten von dem rund 600 Millionen Euro teuren Projekt Antworten auf fundamentale Fragen etwa nach der Natur und genauen Menge der Dunklen Materie und der rätselhaften Dunklen Energie sowie Erkenntnisse über die Entwicklung des Universums.
«Planck» war am 14. Mai 2009 im Tandem mit dem europäischen Infrarot-Weltraumteleskop «Herschel» gestartet. «Herschel» hatte zuvor bereits seine Beobachtungen begonnen.
DPA
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