17.12.2009

Stellenabbau bei Jenoptik

Unternehmensleitung und Betriebsräte unterzeichnen Interessenausgleiche.


Unternehmensleitung und Betriebsräte unterzeichnen Interessenausgleiche.

  

Der Jenaer High-Tech Konzern Jenoptik hat einen weiteren Stellenabbau beschlossen. Wie jetzt bekannt wurde, haben die Unternehmensleitung und die Vertreter der Betriebsräte dafür die Sozialpläne bzw. Interessenausgleiche unterzeichnet. Nach intensiven Verhandlungen einigten sich die Vertragspartner auf ein Maßnahmenpaket, das an den Standorten Jena und Villingen-Schwenningen jeweils Transfergesellschaften vorsieht. In der gesamten Branche hatte die Wirtschaftskrise zu enormen Problemen geführt, die viele Unternehmen zu Sparmaßnahmen wie Kurzarbeit oder Stellenabbau zwang. „In nahezu allen Weltregionen und allen Abnehmerbranchen gingen die Auftragseingänge zurück – und das in einem Maß, für das Sie von ‚stark’ bis ‚brutal’ sämtliche Adjektive wählen können“, sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller im Oktober 2009.

  

Ähnlich sah es in diesem Jahr auch für Jenoptik aus, insbesondere die Sparten Optische Systeme, Industrielle Messtechnik und ein Teilbereich der Sparte Laser & Materialbearbeitung verzeichneten infolge der Halbleiter- und Automobilkrise einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Die Folgen der Wirtschaftskrise bei gleichzeitigen Restrukturierungen der Produktion und Effizienzsteigerungen im Zuge der firmeninternen Exzellenzinitiative waren durch Kurzarbeit und vorherige Sparmaßnahmen nicht vollständig abzufedern. Daher hatte Jenoptik im September 2009 die Maßnahmen zur Kostensenkung ausgeweitet und beschlossen, die Kapazitäten anzupassen.

  

Die damit verbundenen Personalmaßnahmen sehen vor, die Stammbelegschaft des Konzerns auf etwa 3.000 zu reduzieren. Rund 160 Stellen entfallen im Ausland. Anfang 2008 waren im Jenoptik-Konzern 3.400 Mitarbeiter beschäftigt. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte Jenoptik den Rückzug aus dem defizitären Geschäft mit Mittelformatkameras beschlossen und sich von diesem Geschäft mit knapp 45, vor allem in der Schweiz beschäftigten Mitarbeitern, getrennt.

  

"Wir müssen unsere Kostenstrukturen so einstellen, dass wir auch bei einem Umsatzniveau unterhalb von 2008 wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig restrukturieren wir unsere Produktion vor allem in der Sparte Optische Systeme und optimieren unsere Prozesse, sodass in Verbindung mit der Wirtschaftskrise Personalmaßnahmen unausweichlich waren", so Jenoptik-Chef Michael Mertin. Bisherige Maßnahmen wie die Nicht-Besetzung frei gewordener Stellen, der Abbau von Leiharbeit sowie Kurzarbeit reichten nicht mehr aus.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet der börsennotierte Konzern einen Umsatz zwischen 460 und 500 Mio Euro. Das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen soll positiv ausfallen. Aufgrund der Maßnahmen zur Kostensenkung erwartet man in Jena für 2010 ein positives Konzern-Betriebsergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Neben dem Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes zählen Innovationen wie beispielsweise die Laseranlagen für die Photovoltaik-Industrie und die Entwicklung des Faserlasers, der Ausbau des Geschäftes mit Infrarot-Optiken sowie das Angebot kompletter Betreiberkonzepte (Traffic Service Providing) zu den Wachstumsthemen des Konzerns.

Jenoptik AG/AL

 

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