• 3/2012 • Seite 39Elektrisch durchs Weltall
Ionentriebwerke bieten vielfältige Möglichkeiten für die Raumfahrt.
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich ein erkennbarer Bedarf an Raumfahrtantrieben entwickelt, die sehr langlebig sind und höchst präzise arbeiten. Dies gilt insbesondere für Hauptantriebe von Raumsonden bzw. die Bahn- und Lageregulierung von Satelliten. Hierfür eignen sich Ionenantriebe, die bereits seit Jahrzehnten erforscht und gebaut werden und ihre Vorteile schon in zahlreichen Weltraummissionen unter Beweis stellen konnten.
Wir schreiben den Juni 2010: Ein „Wanderfalke“ ist auf dem Weg nach Hause, genauer gesagt die Asteroidensonde Hayabusa, so heißt Falke auf Japanisch. Die Sonde hat einen sechs Milliarden Kilometer langen Weg hinter sich. Das entspricht dem Vierzigfachen des Abstands zwischen Erde und Sonne! Hayabusa war auf dem Asteroiden Itokawa gelandet, um dort Bodenproben zu entnehmen (Abb. 1). Nun befindet sich die Sonde kurz vor der Rückkehr zur Erde. Ihre Triebwerke haben 40 000 Stunden lang gearbeitet. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hätte die Beschreibung der Hayabusa-Mission nach Science Fiction geklungen. Doch elektrische Raumfahrtantriebe haben so ehrgeizige Ziele wie Landungen auf Asteroiden Realität werden lassen.
Seit dem Start von Sputnik 1 im Jahr 1957 sind mehr als 5000 Sonden, Satelliten und bemannte Raumfahrzeuge von der Erde aus gestartet, täglich kommen neue hinzu [1]. Die Einsatzfelder reichen von der Wissenschaft (Erkundung des Sonnensystems, Wetter- und Klimabeobachtung, astronomische und physikalische Forschung) bis zu kommerziellen Anwendungen (insbesondere für Kommunikation). Die Raumfahrt stellt die härtesten Anforderungen an heutige und zukünftige Schlüsseltechnologien. Um diese zu erfüllen, wird so interdisziplinär und international zusammengearbeitet wie in wenigen anderen Gebieten. ...
