18.09.2003

Perkolationstheorie

Stauffer, Aharony

Perkolationstheorie

Von D. Stauffer u. A. Aharony.
VCH, Weinheim 1995. 202 S., Softcover,
ISBN 3-527-29334-5

Dietrich Stauffer und Amnon Aharony haben zur Entwicklung der Perkolationstheorie viel beigetragen. Ihr Buch "Introduction to Percolation Theory", zunächst 1985 von Dietrich Stauffer allein publiziert und dann gemeinsam 1992 erheblich erweitert und moderneren Entwicklungen angepaßt, ist nun auf deutsch erschienen. Die Übersetzung folgt praktisch ausnahmslos der englischen Originalausgabe.

Die ersten drei Kapitel, in denen der Leser mit den geometrischen Eigenschaften des Perkolations übergangs vertraut gemacht wird, halten sich nahezu vollständig an die gut lesbare, mit vielen Späßen angereicherte Ausgabe von 1985. Das vierte Kapitel über Finite-Size-Scaling und die Renormierungsgruppe wurde gegenüber der ersten Auflage stark erweitert, die folgenden zwei Kapitel zu den dynamischen Eigenschaften von Perkolationssystemen und zur Quantenperkolation wurden deutlich umgeschrieben und erheblich verbessert. Das siebte Kapitel über Anwendungen auf thermische Phasenübergänge wurde in die 2. Auflage neu aufgenommen. Im Anhang werden wichtige numerische und theoretische Verfahren (Monte-Carlo-Methode, Flory-Näherung und epsilon-Entwicklung) ausführlich behandelt.

Den Autoren ist das Kunststück gelungen, aus einem bereits sehr guten Buch durch erhebliche Erweiterungen und Ergänzungen ein noch besseres zu machen, ohne am Stil und der leichten Lesbarkeit des Buches Einbußen hinzunehmen. Ich kann das Buch all denen wärmstens empfehlen, die sich auf relativ einfach Weise einen Einstieg in das faszinierende Gebiet der Perkolationstheorie verschaffen wollen. Das Buch scheint mir auch, unter Zuhilfenahme der Referenzliteratur, sehr gut geeignet als Grundlage für Seminare und Vorlesungen. Vielleicht hätten die Autoren aber den Anwendungen der Perkolationstheorie, auf die sich die Forschung in zunehmendem Maße konzentriert und die von der Ausbreitung von Epidemien über verzweigte Polymere bis hin zur Physik von Ionengläsern und dotierten Halbleitern reichen, mehr Raum beimessen können.

Die deutsche Übersetzung erscheint mir nicht über all glücklich. Sie kommt bisweilen ein wenig gestelzt daher, und der unverwechselbare Humor von Dietrich Stauffer, welcher noch die englische Zweitausgabe prägt, ist in der Übersetzung kaum noch erkennbar. Schade finde ich es, daß die Autoren es versäumt haben, in der deutschen Auflage von 1995 die Referenzliste auf den neuesten Stand zu bringen. Schließlich und letztendlich finde ich, daß das bei aller Kritik dennoch sehr schöne und empfehlenswerte Buch erheblich zu teuer geraten ist: fast 60,- DM für 200 Seiten Paperback ohne farbige Abbildungen, das muß wirklich nicht sein!

A. Bunde, Gießen

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