09.07.2009

Aufruf zur Kurskorrektur

Bundesbildungsministerin Annette Schavan fordert Hochschulen und Länder zur Korrektur bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge auf.

Aufruf zur Kurskorrektur 

Berlin (dpa) - Drei Wochen nach dem «Bildungsstreik», der fast fast eine Viertelmillion Studenten und Schüler auf die Straßen trieb, hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan Hochschulen und Länder zur deutlichen Kurskorrektur bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert. So müsse durch eine umfassende Reform der Lehrpläne die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelor-Studium beseitigt, die Studienzeit-Vorgaben von Fach zu Fach flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Master-Studium nicht künstlich beschränkt werden, sagte Schavan am Dienstag in Berlin. Die Ministerin: «Ich bin gegen eine Quote.»

Schavan hatte 20 Studentenvertreter, darunter die Organisatoren des bundesweiten «Bildungsstreiks», sowie Mitglieder der Rektoren- und Kultusministerkonferenz (KMK) zu einem runden Tisch über die Probleme der sogenannten Bologna-Studienreform nach Berlin eingeladen. Während der Protestaktionen hatte die Ministerin einen Teil der studentischen Forderungen noch als «gestrig» bezeichnet. Nach dem vierstündigen Treffen sagte Schavan am Dienstag: «Das Gespräch hat sich gelohnt.» «Wir hätten uns mehr Konkretes gewünscht», sagte die Vertreterin des studentisches Dachverbandes «fzs», Anja Gadow.

Niemand wolle die Bologna-Reform zurücknehmen, sagte Schavan. Notwendig seien aber Korrekturen. Die Studierenden müssten frei entscheiden können, ob sie nach dem Bachelor-Abschluss auch noch den Master machen wollen. Zugleich soll für die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt mehr geworben und der Berufserfolg der Absolventen erforscht werden.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, sagte: «Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelor-Studiums ernst.» Die Prüfungsdichte solle vermindert werden. Wintermantel räumte ein, dass es bei der Einführung der vor zehn Jahren international verabredeten Bachelorstudiengänge «Fehlentwicklungen» gegeben habe. Auch würden die Studenten an den Hochschulen zu wenig gehört. Sie werde vorschlagen, künftig zu Beginn des Wintersemesters Thementage einzuführen, bei der die Studenten ihre Kritik einbringen könnten.

Auch die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt , hält eine «Reform der Bologna-Reform» für unverzichtbar. Nötig sei ein «Sonderprogramm Qualität der Lehre». Dabei sollten die Erfahrungen der Hochschulen einfließen, an denen die Einführung der Bachelor-Master-Struktur zur Zufriedenheit von Studenten und Hochschullehrern verlaufen sei.

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