13.02.2007

Chemie mit weniger Wachstum?

Nach zwei erfolgreichen Jahren rechnet die deutsche Chemieindustrie 2007 mit deutlich geringerem Wachstum.

Chemie mit weniger Wachstum?

Frankfurt/Main (dpa) - Nach zwei erfolgreichen Jahren rechnet die deutsche Chemieindustrie 2007 mit deutlich geringerem Wachstum. Die Produktion werde nur noch um rund 2 Prozent zulegen - nach 3,5 Prozent im vergangenen Jahr, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit. «Eine Abkühlung der Konjunktur in den USA wird auch in vielen anderen Regionen zu geringeren Wachstumsraten führen», erläuterte der VCI-Präsident, Bayer-Chef Werner Wenning. Der Umsatz der Branche kletterte im vergangenen Jahr um 6,0 Prozent auf 162 Milliarden Euro, in diesem Jahr wird ein Umsatzplus von gut 2,5 Prozent erwartet.

Als Wachstumstreiber im Schlussquartal 2006 erwiesen sich eine starke Nachfrage aus dem Ausland - zunehmend auch aus den USA und Asien -, Investitionen im Inland und vorgezogener privater Konsum wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer. Von Oktober bis Ende Dezember 2006 stieg der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 3,5 Prozent auf 41,8 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich ergab sich sogar ein Zuwachs von 8,5 Prozent. Die Produktion erhöhte sich im vierten Quartal binnen Jahresfrist um 3,0 und zum Vorquartal um 1,0 Prozent.

Nach VCI-Einschätzung hat die Branche ihren «Wachstumszenit» überschritten: «Auf dem erreichten Produktionsniveau werden die Spielräume für weitere Produktionszuwächse immer geringer.» Wenning betonte: «Das ist nicht das Szenario für eine Rezession, sondern für Wachstumsraten, die unter denen der vergangenen beiden Jahre liegen.» Steigende Rohstoffpreise erwartet die Branche zunächst nicht. Der VCI geht davon aus, dass Chemikalien 2007 im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,5 Prozent teurer werden.

Die Zahl der Mitarbeiter konnte mit 436.400 Ende 2006 in etwa auf Vorjahresniveau gehalten werden. Wenning hatte bereits im Dezember angekündigt, dass die Zahl der Beschäftigten auch 2007 «mehr oder weniger stabil» bleiben werde: Einen nennenswerten Aufbau von Arbeitsplätzen werde es in diesem Jahr jedenfalls nicht geben.

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