19.12.2022

Die Magnonik vorangetrieben

Burkard Hillebrands erhält hohe Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Burkard Hillebrands wird von der Magnetics Society der internationalen Ingenieur-Vereinigung IEEE (Institute for Electrical and Electronics Engineers) mit dem Achievement Award geehrt. Damit würdigt die IEEE sein Lebenswerk in der Magnetismus-Forschung für seine „bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Spindynamik, insbesondere in der Magnonik“. Hillebrands ist der erste Deutsche, der diese Auszeichnung erhält. Sie kann im Bereich des angewandten Magnetismus als weltweit höchste Ehrung angesehen werden. Hillebrands hat an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) den Lehrstuhl für Magnetismus inne. In seiner Forschung untersucht Hillebrands unter anderem die Eigenschaften und Anwendungs­möglichkeiten von Magnon-Quanten­teilchen und die Material­eigenschaften magnetischer Nanosysteme.

 

Abb.: Burkard Hillebrands (Bild: TU Kaiserslautern / view)
Abb.: Burkard Hillebrands (Bild: TU Kaiserslautern / view)

Hillebrands forscht seit langem zu makroskopischen Quanten­zuständen. Sein Fokus liegt dabei auf Supraströmen und Magnon-Quanten­teilchen. Diese können Informationen transportieren und verbrauchen dabei deutlich weniger Energie als herkömmliche Technik. Das Kaiserslauterer Forscherteam um den Physiker nutzt diese in ihren Arbeiten als schnellen Informations­träger und -überträger. Dafür hat Hillebrands einen eigenen Forschungs­zweig begründet: die Supramagnonik.

Für technische Anwendungen kann diese Forschung von Relevanz sein: Das Verarbeiten und Speichern von Daten könnte mit den Teilchen künftig wesentlich leistungsfähiger werden. Für seine Arbeiten in diesem Bereich hat Hillebrands unter anderem 2016 einen ERC Advanced Grant, eine der höchst dotierten Auszeichnungen der Europäischen Union, erhalten.

Zudem ist der Physiker an Sonder­forschungs­bereichen (SFB) beteiligt. Gemeinsam mit Kaisers­lauterer und Mainzer Kollegen arbeitet er seit 2016 beispiels­weise im SFB „Spin+X: Spin in seiner kollektiven Umgebung“ inter­disziplinär mit Chemikern, Maschinenbauern und Verfahrens­technikern an magnetischen Effekten, die in die Anwendung überführt werden sollen. Von 2016 bis 2017 war Hillebrands außerdem wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoff­forschung in Dresden. Auch ist er eines der ersten Mitglieder des Landesforschungszentrums Optimas (Optik und Material­wissenschaften) an der TUK. Darüber hinaus ist er seit 2017 Vorsitzender der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Erst vor kurzem ist er als Mitglied in die der European Academy of Sciences (EURASC, Europäische Akademie der Wissenschaften) aufgenommen worden.

Der Award wird Hillebrands im Mai nächsten Jahres während der internationalen Konferenz zum Magnetismus, der INTERMAG, in Sendai, Japan verliehen werden. Die IEEE ist mit über 400.000 Mitgliedern der größte Berufsverband der Welt. Thematisch ist sie in 39 Societies unterteilt. Sie widmen sich jeweils einem bestimmten Forschungs­bereich wie dem Magnetismus.

TU Kaiserslautern / DE

 

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