29.04.2009

Dramatische Veränderungen im Wilkins-Schelfeis

Nach dem Zusammenbruch einer 50 Kilometer langen Eisbrücke ist die nördliche Eisfront des Schelfeises instabil geworden



Köln (dpa) - Forscher beobachten an der antarktischen Halbinsel dramatische Veränderungen im Gebiet des Wilkins-Schelfeises. Nach dem Zusammenbruch einer 50 Kilometer langen Eisbrücke sei die nördliche Eisfront des Schelfeises instabil geworden, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 28. April 2009 in Köln mit. Erste Eisberge seien rund einer Woche vorher herausgebrochen. Die Brücke hatte das Schelfeis mit dem Packeis verbunden. Wissenschaftler rechnen damit, dass in den nächsten Tagen und Wochen weitere 3370 Quadratkilometer wegbrechen könnten. Schelfeise sind schwimmende Eismassen, die die Antarktis umgeben. Forscher vermuten, dass der Zerfall von Schelfeisgebieten mit der Klimaerwärmung zusammenhängt.

Die Veränderungen beobachteten die Wissenschaftler mit dem vom DLR betriebenen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X. Möglicherweise werde das Schelfeis abdriften. Diese etwa 1600 Kilometer von der Südspitze Südamerikas entfernten Eismassen stehen im Zentrum der vom DLR aufgebauten «Hintergrundmission Antarktis». Sie hat das Ziel, die Veränderungen der Antarktischen Schelfeise zu beobachten und die Ursachen einzuordnen.

In den vergangenen 30 Jahren sind sieben Schelfeise fast verschwunden oder vollständig zerbrochen. Dadurch seien rund 25 0000 Quadratmeter Eisfläche verloren gegangen. Das Wilkins-Schelfeis hat nach Angaben der Forscher im vergangenen Jahr 1800 Quadratkilometer und damit 14 Prozent seiner Fläche verloren. In der gesamten Region wurde in den letzten 50 Jahren ein überdurchschnittlicher Temperaturanstieg von 2,5 Grad gemessen.

Rund 90 Prozent des antarktischen Inlandeises fließt über Eisströme und Gletscher in Schelfeise. Nach Ansicht von Wissenschaftlern stützen Schelfeise diese Eisströme und Gletscher. Mit dem Verlust der schwimmenden Eismassen werde mehr Eis in den Ozean fließen.


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