24.06.2008

Einheitliche Hochschulzulassung für Nicht-Abiturienten?

Nicht-Abiturienten sollen nach dem Willen der SPD überall in Deutschland Anspruch auf Zugang zu einem Hochschulstudium erhalten.

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Berlin (dpa) - Nicht-Abiturienten sollen nach dem Willen der SPD überall in Deutschland Anspruch auf Zugang zu einem Hochschulstudium erhalten. Anders als in vielen anderen Staaten Europas sei es in Deutschland für beruflich Qualifizierte besonders schwer, ohne klassisches Abitur ein Studium aufzunehmen, schreibt SPD-Chef Kurt Beck in der neuen Ausgabe der SPD-Parteizeitung «Vorwärts».

«Gute Bildung darf nicht an den unterschiedlichen Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern scheitern», schreibt Beck mit Blick auf die aktuelle Debatte, wer eine solche Regelung schaffen soll. Die SPD wolle für Fachkräfte ohne Abitur «einen klaren, länderübergreifenden einlösbaren Anspruch» auf Studienzulassung. Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, müssten neue Qualifizierungswege entwickelt und bewährte ausgebaut werden. Beck: «Wir brauchen mehr Hochschulabsolventen und hoch qualifizierte Fachkräfte. Öffnen wir also die Universitäten für Einsteiger, die sich im Beruf bewährt haben - auch ohne Abitur.»

Nach dem jüngsten «Europäischen Studentenreport» des Hochschul- Informations-Systems (HIS) erwirbt heute in Schweden wie in Spanien jeder dritte Student seine Studienzulassung durch Qualifikationen im Beruf. In den Niederlanden und in Irland ist dies immerhin noch jeder zehnte Student. In Deutschland macht diese Gruppe dagegen nur fünf Prozent aus. Einige Bundesländer, wie Niedersachsen und Bremen, haben seit Jahren offene Zulassungsregeln. Ihr Erfolg wurde durch mehrere Untersuchungen bestätigt. Über eine Hochschulöffnung für Nicht- Abiturienten soll auch bei dem Bildungs-Spitzengespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länder-Regierungschefs Ende Oktober in Dresden verhandelt werden.

Mit Blick auf das Treffen schreibt Beck: «Wir handeln für die Bildungsrepublik und wir achten darauf, dass ein Bildungsgipfel nicht zum PR-Gag verkommt.» Der SPD-Vorsitzende plädiert in dem Beitrag erneut für «Gebührenfreiheit von der Kindertagesstätte bis zum Erststudium». Beck: «Wir brauchen ein Bildungssystem, das nicht aussondert, sondern jede Begabung fördert und gleiche Chancen für alle garantiert. Wir werden dafür Bildungsbarrieren abräumen und neue Wege öffnen.»

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