07.01.2026

Physik-Neubau der TU Berlin nimmt Gestalt an

Architekturbüro Telluride setzt sich mit seinem Ent­wurf durch, Bau­be­ginn in Char­lot­ten­burg nahe des Land­wehr­kanals soll 2028 sein.

Der Physik-Neubau mit dem Center for Integrated Photonics Research (CIPHOR) auf dem Ost-Campus der Techni­schen Univer­sität Berlin wird nach den Plänen des Architek­tur­büros Tellu­ride entstehen. Im Rahmen eines Sach­verständigen­kolloquiums sprachen sich die Senats­verwaltung für Stadt­entwick­lung, Bauen und Wohnen als Bau­herrin, die Senats­verwaltung für Wissen­schaft, Gesund­heit und Pflege als Bedarfs­trägerin, sowie die TU Berlin als spätere Nutzerin für den Entwurf aus. Voran­ge­gangen war ein zwei­stufi­ges Vergabe­verfahren mit vor­geschal­tetem Teil­nahme­wett­bewerb, bei dem fünf General­planungs­teams Lösungs­vorschläge zur Umsetzung der Raum- und Funk­tions­program­matik ein­reichten.

Der Entwurf habe durch eine klare, funktionale Architektur und eine kompakte Bauweise überzeugt. Für das nahezu dreieckige Grund­stück zwischen dem Interdis­ziplinären Zentrum für Modu­lation und Simulation (IMoS) und dem Wirtschafts­gebäude des Berliner Zoos in unmit­telbarer Nähe vom Bahn­hof Zoologi­scher Garten, sehen die Plane­rinnen und Planer einen Bau­körper mit fünf Oberge­schossen vor.

Der gesamte Neubau umfasst eine Nutz­fläche von 4.496 m2 bei einem Kosten­rahmen von 93,75 Millionen Euro, davon 6,7 allein für neue Forschungs­großgeräte. Neben der Bundes­förderung in Höhe von 31,325 Millionen finan­ziert die TU Berlin den Neubau aus eigenen Mitteln.

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Michael Kneissl, TU-Professor für Experimental­physik und CIPHOR-Sprecher sagte: „Es war vor allem die Funktio­na­lität, die mich an diesem Entwurf über­zeugt hat. Die Planer haben sehr gut verstanden, worauf es bei einem derart speziali­sierten Gebäude ankommt. Mit dem Physik-Neubau erhält die Forschung zur inte­grierten Quanten­photonik an der TU eine zukunfts­weisende Basis, die die Physik der nächsten Jahr­zehnte maßgeblich prägen wird.“

Die Fassade wird die innere Organisation nach außen spiegeln. Ergänzt wird sie durch Terrassen als Kommuni­kations­zonen und Holzelemente in den oberen Etagen. Herz­stück des Gebäudes bildet der im zweiten Oberge­schoss geplante Reinraum: Mit einer stützen­freien Breite von vier­zehn Metern soll er optimale Bedingungen für die hoch­speziali­sierte Forschung bieten. Eine Begrü­nung von Fassade und Dach sowie der Einsatz von Photo­voltaik sorgen neben Systemen zur Wärme­rückge­winnung für Nach­haltig­keit.

Im Erdgeschoss entstehen Epitaxie-Labore sowie eine Werk­statt, die eine einfache Ein­bringung großer Geräte ermöglicht. Die Labore für Laser- und Röntgen­analytik sind im Unter­geschoss geplant, während die Bereiche für photo­nische Quanten­techno­logien im ersten Ober­geschoss unter­gebracht werden. Sie werden stark schwingungs­isoliert und tempe­ratur- und feuchte­stabil ausgeführt für optimale Forschungs­bedingungen. Auf der zum IMoS ausgerichteten Gebäude­seite werden Büro­flächen, Co-Working-Spaces und Bespre­chungs­räume ange­siedelt. Der Haupt­eingang ist im Süden angeordnet; die Anlie­fe­rung ist über die Müller-Breslau-Straße von Nord­osten vorge­sehen.

Von 2019 bis 2021 wurde ein städte­bauliches Gutachter­verfahren durchgeführt, das den Standort der zukünftigen Physik in der Müller-Breslau-Straße 11-12 bestätigte, ein Bebau­ungs­plan für das Gebiet Hertz­allee Nord befindet sich in Auf­stellung.

Unter der Federführung der Senats­verwaltung für Stadt­entwicklung, Bauen und Wohnen werden die nun beauf­tragten Ingenieu­rinnen und Ingenieure zusammen mit der TU Berlin den ausgewähl­ten Entwurf weiter ausar­beiten und umsetzen. Ziel ist es, mit dem Bauen in 2028 zu beginnen. [TU Berlin / dre]

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