Physik-Neubau der TU Berlin nimmt Gestalt an
Architekturbüro Telluride setzt sich mit seinem Entwurf durch, Baubeginn in Charlottenburg nahe des Landwehrkanals soll 2028 sein.
Der Physik-Neubau mit dem Center for Integrated Photonics Research (CIPHOR) auf dem Ost-Campus der Technischen Universität Berlin wird nach den Plänen des Architekturbüros Telluride entstehen. Im Rahmen eines Sachverständigenkolloquiums sprachen sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen als Bauherrin, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege als Bedarfsträgerin, sowie die TU Berlin als spätere Nutzerin für den Entwurf aus. Vorangegangen war ein zweistufiges Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb, bei dem fünf Generalplanungsteams Lösungsvorschläge zur Umsetzung der Raum- und Funktionsprogrammatik einreichten.


Der Entwurf habe durch eine klare, funktionale Architektur und eine kompakte Bauweise überzeugt. Für das nahezu dreieckige Grundstück zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Modulation und Simulation (IMoS) und dem Wirtschaftsgebäude des Berliner Zoos in unmittelbarer Nähe vom Bahnhof Zoologischer Garten, sehen die Planerinnen und Planer einen Baukörper mit fünf Obergeschossen vor.
Der gesamte Neubau umfasst eine Nutzfläche von 4.496 m2 bei einem Kostenrahmen von 93,75 Millionen Euro, davon 6,7 allein für neue Forschungsgroßgeräte. Neben der Bundesförderung in Höhe von 31,325 Millionen finanziert die TU Berlin den Neubau aus eigenen Mitteln.
Michael Kneissl, TU-Professor für Experimentalphysik und CIPHOR-Sprecher sagte: „Es war vor allem die Funktionalität, die mich an diesem Entwurf überzeugt hat. Die Planer haben sehr gut verstanden, worauf es bei einem derart spezialisierten Gebäude ankommt. Mit dem Physik-Neubau erhält die Forschung zur integrierten Quantenphotonik an der TU eine zukunftsweisende Basis, die die Physik der nächsten Jahrzehnte maßgeblich prägen wird.“
Die Fassade wird die innere Organisation nach außen spiegeln. Ergänzt wird sie durch Terrassen als Kommunikationszonen und Holzelemente in den oberen Etagen. Herzstück des Gebäudes bildet der im zweiten Obergeschoss geplante Reinraum: Mit einer stützenfreien Breite von vierzehn Metern soll er optimale Bedingungen für die hochspezialisierte Forschung bieten. Eine Begrünung von Fassade und Dach sowie der Einsatz von Photovoltaik sorgen neben Systemen zur Wärmerückgewinnung für Nachhaltigkeit.
Im Erdgeschoss entstehen Epitaxie-Labore sowie eine Werkstatt, die eine einfache Einbringung großer Geräte ermöglicht. Die Labore für Laser- und Röntgenanalytik sind im Untergeschoss geplant, während die Bereiche für photonische Quantentechnologien im ersten Obergeschoss untergebracht werden. Sie werden stark schwingungsisoliert und temperatur- und feuchtestabil ausgeführt für optimale Forschungsbedingungen. Auf der zum IMoS ausgerichteten Gebäudeseite werden Büroflächen, Co-Working-Spaces und Besprechungsräume angesiedelt. Der Haupteingang ist im Süden angeordnet; die Anlieferung ist über die Müller-Breslau-Straße von Nordosten vorgesehen.
Von 2019 bis 2021 wurde ein städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt, das den Standort der zukünftigen Physik in der Müller-Breslau-Straße 11-12 bestätigte, ein Bebauungsplan für das Gebiet Hertzallee Nord befindet sich in Aufstellung.
Unter der Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen werden die nun beauftragten Ingenieurinnen und Ingenieure zusammen mit der TU Berlin den ausgewählten Entwurf weiter ausarbeiten und umsetzen. Ziel ist es, mit dem Bauen in 2028 zu beginnen. [TU Berlin / dre]
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