15.04.2026

Heinz-Maier-Leibnitz-Preise für Oldengott und Domènech Fuertes

For­schen­de aus Bie­le­feld und Han­no­ver aus dem Be­reich Phy­sik aus­ge­zeich­net neben acht wei­te­ren Preis­träger­:in­nen.

Drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler erhalten in diesem Jahr den Heinz Maier-Leibnitz-Preis und damit Deutschlands wichtigste Auszeichnung für Forschenden in der Aufbauphase ihrer Karriere. Das hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn beschlossen. Die Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils 200.000 Euro, das sie bis zu drei Jahre für ihre weitere Forschungsarbeit verwenden können. Insgesamt waren 156 Personen aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Die Auswahl traf der zuständige Ausschuss unter dem Vorsitz des DFG-Vizepräsidenten und Biochemikers Professor Peter Seeberger. Verliehen werden die Preise am 11. Juni in Berlin.

Aus dem Bereich Physik geht ein Heinz-Maier-Leibnitz-Preis 2026 an Isabel Mira Oldengott von der Universität Bielefeld. Oldengott hat sich an der Schnittstelle zwischen Kosmologie und Teilchenphysik mit ihren Beiträgen zur Untersuchung der Eigenschaften von Neutrinos in ihrer Laufbahn früh international einen Namen gemacht. Es ist ihr als erste gelungen, die kosmologischen Auswirkungen von hypothetischen Neutrino-Selbstwechselwirkungen mit Methoden der statistischen kinetischen Theorie korrekt zu beschreiben. In nachfolgenden Arbeiten hat sie sich auch mit den Implikationen von möglichen Neutrinozerfällen und Wechselwirkungen mit anderen Teilchen befasst.

Ihren Arbeiten ist zu verdanken, dass aus Beobachtungen der Struktur des Universums Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Neutrinos gezogen werden können. Weitere herausragende Arbeiten von Oldengott beschäftigen sich mit der Dominanz von Materie über Antimaterie im Universum. Hier ist es ihr mit modernsten Methoden gelungen, eine Verknüpfung zwischen Phasenübergängen in der starken Wechselwirkung mit Asymmetrien zwischen Teilchen und Antiteilchen herzustellen. Diese könnte Einfluss auf zukünftige Beobachtungen von Gravitationswellen aus einer sehr frühen Epoche des Universums haben.

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Ebenfalls ausgezeichnet wird Guillem Domènech Fuertes von der Universität Hannover. Das Wechselspiel von Gravitationswellen und primordialen Schwarzen Löchern in der Frühphase des Universums ist Schwerpunkt der Arbeiten von Domènech Fuertes. Die Inflations-Theorie geht davon aus, dass es nach dem Urknall eine kurze Phase einer extrem schnellen Expansion des Universums gab, die einen stochastischen Hintergrund von Gravitationswellen erzeugt haben könnte. Während 2015 erstmals Gravitationswellen aus der Verschmelzung von Schwarzen Löchern oder Neutronensternen gemessen wurden, wurde dieser Gravitationswellenhintergrund bisher nicht nachgewiesen.

Domènech Fuertes hat unter anderem gezeigt, dass in sekundären Prozessen erzeugte Gravitationswellen in der Inflations-Phase ein starkes, im Prinzip messbares Signal liefern und mit primordialen Schwarzen Löchern wechselwirken können. Seine Arbeiten erwiesen sich als wertvoll für das tiefere Verständnis der zugrundeliegenden physikalischen Prozesse und werden beispielsweise für die Interpretation der gegenwärtigen Messungen des Gravitationswellenhintergrunds mithilfe von Pulsaren verwendet.

Die weiteren Preisträgerinnen und Preisträger sind Jiska Classen, Mobile and Wireless Security, Hasso-Plattner-Institut Potsdam / Michael Hahn, Computerlinguistik, U des Saarlandes, Saarbrücken / Benjamin Loy, Romanische Literaturwissenschaft, LMU München / Kami Alexander Pekayvaz, Kardiologie, Angiologie, LMU München / Alex Plajer, Polymerchemie, U Bayreuth / Dominik Schmid, Stochastik, U Augsburg / Julia Schulte-Cloos, Politikwissenschaft, U Marburg / Luke Dimitrios Spieker, Verfassungs- und Europarecht, HU Berlin. [DFG / dre]

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