20.07.2018

Konsequente Initiativen

Die Bundesregierung stellt die Eckpunkte für Ihre zukünftige Strategie im Bereich Künstliche Intelligenz vor. Weitere Projekte und Initiativen befassen sich mit Chancen und Risiken der KI.

Kein Tag vergeht, an dem nicht das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in unterschiedlichsten Kontexten in den Medien auftaucht. Dieser Sammelbegriff umfasst heute vor allem Methoden des maschinellen Lernens zumeist in Verbindung mit großen Datenmengen (Big Data, Data Mining). Dies durchdringt alle Bereiche von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.

Das Bundeskabinett hat nun Eckpunkte für eine Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung beschlossen, die bis zu einem Datengipfel Anfang Dezember ausgearbeitet werden sollen. Vor dem Hintergrund, dass Staaten wie die USA und China derzeit Vorreiter im Bereich der KI-Nutzung sind, möchte die Regierung Erforschung, Entwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz in Deutschland auf ein weltweit führendes Niveau bringen.

Dazu sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Künstliche Intelligenz hält Einzug in unseren Alltag und wir wollen, dass diese Technik den Menschen hilft. Daher stellen wir den Nutzen für den Menschen in unserem Lande in den Mittelpunkt unserer KI Strategie. Richtig gestaltet ist KI ein wichtiger Schlüssel für Wachstum und Wohlstand.“ Zusammen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stellte sie die Eckpunkte in Berlin vor.

Diese skizzieren ein denkbar breites Spektrum an Zielen, von der verantwortungsvollen und am Gemeinwohl orientierten Nutzung von KI, zum Dialog und die Zusammenarbeit über Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft hinweg sowie zur Ausbildung von Fachkräften und nicht zuletzt der Bereitstellung der Infrastruktur und Daten. Dabei geht es nicht nur um Datenmenge und -qualität, sondern auch um die Wahrung von Persönlichkeitsrechten, des Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung und anderer Grundrechte.

Daten der öffentlichen Hand und der Wissenschaft sollen verstärkt für die KI-Forschung geöffnet und deren wirtschaftliche und gemeinwohldienliche Nutzung im Sinne einer Open Data Strategie ermöglicht werden. Zudem soll ein Europäischer Datenraum entstehen, um in ganz Europa verfügbare Daten besser nutzbar zu machen.

Ein weiteres Ziel ist der Ausbau der Forschungslandschaft in Deutschland mit Kompetenzzentren, die auf dem Gebiet der KI attraktive Arbeitsbedingungen. Zusätzliche Professuren für KI sollen in Zusammenarbeit mit den Ländern entstehen. Eine noch zu gründende „Agentur für Sprunginnovationen“ soll neue Wege der Forschungsförderung einschlagen.

Im Bereich der Wissenschaft sind bereits zahlreiche Initiativen im Bereich KI auf dem Weg. Zeitgleich zur Vorstellung der Eckpunkte der Bundesregierung hat das Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Querschnittsforschungsprojekt Big-Data-Plattform ins Leben gerufen. Daran arbeiten 21 DLR-Institute aus den Forschungsbereichen Raumfahrt, Luftfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit zusammen. Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und verfügt über 21 Millionen Euro.

Ein wichtiges Ziel ist die Entwicklung von Methoden zur Analyse großer Datensätze. Zudem arbeiten die Forscher an Datenmanagementtechniken, die das Zusammenführen heterogener Datensätze ermöglichen. Aus den Daten und Bildern von Satelliten lassen sich so hilfreiche Informationen für Städteplanung, Klimaforschung, Krisenmanagement oder autonomes Fahren gewinnen.

Ein Aufruf des „Future of Life Institut“, einer Art Thinktank für neue Technologien, das unter anderem der theoretische Physiker Max Tegmark vom MIT mitbegründet hat, thematisiert die Schattenseiten künftiger KI-Technik. Die Unterzeichner, darunter Elon Musk und der deutsche KI-Forscher Jürgen Schmidhuber, sprechen sich gegen militärische KI-Systeme aus, die in der Lage sind, autonom Menschen zu töten, und erklären ausdrücklich, sich in keiner Weise an solchen Entwicklungen beteiligen zu wollen.

Die Chancen und Risiken der KI sind auch Thema der 43. DPG-Tagung „Forschung – Entwicklung – Innovation“, die der Arbeitskreis Industrie und Wirtschaft vom 4. bis 6. November im Physikzentrum Bad Honnef veranstaltet. Die Tagung bringt Physikerinnen und Physiker und andere Interessierte aus unterschiedlichsten Positionen und Industrien zusammen, um neben technischen Aspekten der Künstlichen Intelligenz insbesondere die daraus resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zu diskutieren.

Alexander Pawlak

 

 

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