Lörracher Team gewinnt Physikmeisterschaft
Knifflige Probleme im German Young Physicists’ Tournament exzellent gelöst.
Anfang März zeigten 79 Physik-Talente ihr Können beim German Young Physicists’ Tournament (GYPT). Die zwölf Bestplatzierten stellen die Nationalauswahl und vertreten Deutschland bei internationalen Wettkämpfen. Deutsche Physikmeister 2025 dürfen sich ab sofort Benedikt Baum (17), Johann Hoffmann (15) und Maxim Rasch (17) vom Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach nennen. Sie haben dieses Wochenende die 12. deutsche Physikmeisterschaft für sich entschieden: Mit ihrem Team „impærium“ überzeugten sie die Jury und holten Gold – auf wissenschaftlichen Niveau und Englisch.

Das zweitplatzierte Team „Kurtis Knappen“ kommt aus Berlin und besteht aus Simon Hermes (17) und Kurt Stiller (16), beide vom Herder-Gymnasium, und Rusheel Sai Nuthalapati (16) von der Berlin International School. Ebenfalls mit einer Silbermedaille um den Hals beendete das Team „Under Pressure“ mit Benjamin Graf (16) vom Hochfranken-Gymnasium in Naila, Elisa Schöps (17) vom Gymnasium Münchberg und Daniil Shulgin (17) vom Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth das Turnier.
„Das GYPT ist einzigartig unter den Wettbewerben, insofern neben intellektueller Brillanz – wie im echten Leben – auch Kreativität und Teamfähigkeit für den Erfolg nötig sind. Ich bin tief beeindruckt von der Leistungsbereitschaft der Jugend hier“, sagt Erich Runge, Vorstandsmitglied für Bildung und wissenschaftlicher Nachwuchs der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), die Veranstalterin des GYPT ist. Er war dieses Jahr selbst als Juror vor Ort: „Ich habe tolle Experimente und überzeugende Erklärungen gesehen, die ich am liebsten alle zuhause oder an der Universität wiederholen möchte.“
Die jungen Physikbegeisterten stellten sich physikalischen Phänomenen wie der „Wirtz-Pumpe“, einem der spannendsten Experimente dieses Jahres. Diese scheinbar einfache Wasserpumpe erreicht erstaunliche Pumphöhen. Ihre Funktionsweise basiert auf einer hohlen Spirale, die teils ins Wasser eintaucht. Beim langsamen Drehen schaufelt sie Wasser und transportiert es häppchenweise weiter nach oben. Dieses Prinzip ähnelt hydraulischen Hebern: Der Druck überträgt sich von einem Wasserpaket zum nächsten, wodurch die Pumphöhe steigt. Die Schüler:innen untersuchten, welche Faktoren die maximale Förderhöhe beeinflussen. In abgelegenen Regionen mit fließendem Wasser wird die Pumpe bereits genutzt – ganz ohne externe Energiequelle.
Zugleich wurden die besten zwölf jugendlichen Physik-Talente aus dem gesamten Bundesgebiet in die deutsche Nationalauswahl berufen, von denen fünf das Nationalteam bilden werden, das Deutschland beim internationalen Wettbewerb „International Young Physicists’ Tournament“ (IYPT) vertreten wird.
Die Grundlage des Wettbewerbs bilden die jährlich wechselnden 17 IYPT-Aufgaben. Das Besondere an diesen ist, dass man mit Schulphysik und einem einfachen experimentellen Aufbau einsteigen kann, aber dann eine überraschende physikalische Tiefe in den alltagsnahen Phänomenen findet. „Dieses Jahr haben wir mit 270 Anmeldungen zu den Regionalwettbewerben einen neuen Rekord erreicht. Es ist schön, dass sich das GYPT bundesweit so erfolgreich etabliert. Besonders freut mich, dass bei einem Physik-Wettbewerb ein Drittel der Teilnehmenden weiblich ist.“, sagt Liane Brandt, die als wissenschaftliche Koordinatorin fungiert. „Ich bin nun sehr gespannt, wie weit es unser Nationalteam im Juli beim International Young Physicists‘ Tournament in Lund, Schweden, schafft.“
Im Januar 2025 qualifizierten sich 82 Jugendliche bei 14 Regionalwettbewerben in ganz Deutschland für den Bundeswettbewerb. Die Schülerinnen und Schüler wurden bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit an einem der zwanzig GYPT-Standorte in ihrer Nähe betreut, von engagierten Lehrkräften an ihrer Schule unterstützt oder sie arbeiteten selbstständig von zuhause. Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung finanziert das GYPT von Anfang an ebenso wie die Teilnahme der deutschen Schülerinnen und Schüler an den internationalen Wettbewerben.
DPG / JOL