17.03.2008

Patent-Zahlen weiterhin groß

Beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München gingen im vergangenen Jahr 47.853 Patent-Anmeldungen aus dem Inland ein.

Patent-Zahlen weiterhin groß 

München (dpa) - Der Ideenreichtum der deutschen Forscher ist unverändert groß. Beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München gingen im vergangenen Jahr 47.853 Patent-Anmeldungen aus dem Inland ein. Trotz eines leichten Rückgangs um 159 Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr könne man nicht sagen, dass der Erfindungsreichtum in Deutschland zurückgegangen sei, sagte Patentsamtpräsident Jürgen Schade am Freitag. Vielmehr gingen einige global aufgestellte Unternehmen etwa aus der Chemieindustrie verstärkt zum Europäischen Patentamt. Spitzenreiter unter den Bundesländern war im vergangenen Jahr Baden-Württemberg (13.638) vor dem einstigen Anführer Bayern (13.616).

«Die Industrie in Baden-Württemberg ist anscheinend in der Tat die innovativste in Deutschland», sagte Schade. «Die so genannten Südstaaten hatten immer die Nase vorn.» Mit durchschnittlich 127 Anmeldungen pro 100 000 Einwohner liegt Baden-Württemberg weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 58 Anmeldungen. Bayern steht mit durchschnittlich 109 Anmeldungen an zweiter, Nordrhein-Westfalen mit 45 Anmeldungen an dritter Stelle. Unter den neuen Bundesländern stehe Thüringen mit 26 angemeldeten Erfindungen an erster Stelle.

Auch bei den aktivsten Patentanmeldern war mit der Robert Bosch GmbH (2509) ein Unternehmen aus Baden-Württemberg Spitzenreiter. Die Siemens AG, die im Vorjahr die Liste angeführt hatte, kam mit 2474 Anmeldungen auf Rang Zwei. Die innovativsten Bereiche waren die Fahrzeug- und die Maschinenbauindustrie. Insgesamt ist die Zahl der Patentanmeldungen gegenüber dem Vorjahr um 407 auf 60 992 gestiegen - vor allem dank zahlreicher Anträge von Forschern aus dem Ausland. Diese sind nach Angaben von Schade in den vergangenen beiden Jahren «sprunghaft» gestiegen. Das liege wohl daran, dass die deutsche Behörde verglichen mit vielen Patentämtern im Ausland schneller und kostengünstiger sei.

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) ist die Zentralbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland. Mit seinen Vorläufern - dem Kaiserlichen Patentamt und dem Reichspatentamt - kann das DPMA auf eine Geschichte von mehr als 130 Jahren zurückblicken. Nach eigenen Angaben hat die Behörde, die dem Bundesjustizministerium untersteht, derzeit rund 2500 Beschäftigte.

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