18.04.2005

Testfeld auf dem Meer

Deutschlands Windenergiebranche will einen Test-Windpark auf dem Meer aufbauen. Der Start ist für 2007 geplant.


Testfeld auf dem Meer

Hannover (dpa) - Deutschlands Windenergiebranche will einen Test-Windpark auf dem Meer aufbauen. Windanlagenhersteller und das Bundesumweltministerium hätten sich darauf verständigt, ein gemeinsames, so genanntes Offshore-Testfeld einzurichten, teilte die Deutsche Messe AG in Hannover am Freitag mit. Die Erprobung der Technologie auf dem Meer sei nötig, weil Banken und Versicherungen die Risiken nicht ausreichend einschätzen könnten. Das Testfeld für 150 bis 200 Millionen Euro sei für 2007 geplant. Laut Ministerium hat allein Deutschland in den kommenden 25 Jahren ein Investitions- Potenzial von 50 Milliarden Euro für die Offshore-Windenergie.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes WindEnergie, Ralf Bischof, bestätigte auf dpa-Anfrage, dass es am Vortag in Hannover Gespräche mit Fachleuten des Bundesumweltministeriums gegeben habe. Die Testphase solle möglichst 2007 beginnen, um von 2010 an in den regulären Betrieb gehen zu können. Förmliche Beschlüsse gebe es aber nicht, betonte Bischof. Dreistellige Millionenbeträge bezeichnete er als zu hoch. Realistisch seien insgesamt 10 Anlagen mit je 5 Megawatt Leistung. Dann sei eher mit Investitionen von 50 bis 60 Millionen Euro zu rechnen.

Ziel der Bundesregierung sei, die Windenergieleistung vor der Küste bis zum Jahr 2030 auf 25 000 bis 30 000 Megawatt zu bringen. Sofern es nicht zu Verzögerungen komme, könne die Windenergie dann rund ein Drittel zur Stromproduktion beitragen: je 15 Prozent offshore und an Land.

Die deutsche Offshore-Windenergieentwicklung leide unter der Unsicherheit der Banken - die Projekte könnten die hohen Prämien, Aufschläge und Bürgschaftsforderungen nicht leisten, teilte die Deutsche Messe weiter mit. Mit Hilfe des Testfeldes solle die Technologie so weit entwickelt werden, dass der Betrieb künftig auch unter den rauen Bedingungen auf See gewährleistet sei. Bisher gebe es neun genehmigte Standorte, aus denen einer ausgewählt werde.

Am 25. April wollen sich die beteiligten Unternehmen treffen, um ein Konzept für Finanzierung und gesellschaftsrechtliche Struktur zu finden. Das Bundesumweltministerium beteilige sich im Rahmen der Forschungsförderung, die Wirtschaft trage den Löwenanteil der Investitionen.

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