31.03.2006

Unbekannte Firmenförderungen

Jeder dritte Existenzgründer weiß beim Schritt in die Selbstständigkeit nicht genau über Fördermittel Bescheid.


Unbekannte Firmenförderungen

Ludwigshafen (dpa) - Jeder dritte Existenzgründer weiß einer Umfrage zufolge beim Schritt in die Selbstständigkeit nicht genau über die verfügbaren Fördermittel Bescheid. Jeder fünfte kennt sich auch nach der Firmengründung nicht damit aus. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Neu-Unternehmer beklagen zudem, dass es kaum eine passende Beratung zu Fachfragen wie der Preisgestaltung gibt. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Initiative «Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland» hervor, der unter anderem die Konzerne BASF, ThyssenKrupp und Bosch angehören.

Die als repräsentativ bezeichnete Umfrage, die der dpa am Donnerstag vorlag, soll an diesem Freitag (31. März) offiziell bei den «Deutschen Gründer- und Unternehmertagen» (deGUT) in Berlin vorgestellt werden (bis 2. April). Für die Untersuchung hatte das Meinungsforschungsinstitut Emnid in diesem März 500 zufällig ausgesuchte Unternehmensgründer befragt, deren Firmen bis zu fünf Jahre bestehen.

Nach Darstellung der Studie stammt die Mehrzahl der Gründer nicht aus Unternehmerfamilien: 72 Prozent der Befragten geben an, dass kein Elternteil beruflich selbstständig war. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) ließen sich in der Startphase von einem Fachmann helfen, davon meinen 9 Prozent im Nachhinein, sie wären auch ohne diese Hilfe zurecht gekommen. Von den übrigen 54 Prozent hätten 13 Prozent sich öfter die Hilfe eines Experten gewünscht.

Bei der Frage, welcher Aufgabenbereich im Nachhinein gesehen am meisten unterschätzt wurde, nennen 42 Prozent der Existenzgründer Recht und Steuern. 21 Prozent geben als meistunterschätzten Bereich die Finanzierung, 18 Prozent das Kostencontrolling und je 15 Prozent Marketing und Konkurrenz an. Bei dieser Frage waren zwei Nennungen möglich.

Die Umfrage ergibt ferner, dass kaum Firmen in so genannten Zukunftsbranchen wie Nano-, Bio- oder Gentechnologie gegründet werden. Der überwiegende Teil entsteht in traditionellen Branchen wie Handel, Bauen, Immobilien und Verkehr/Transport sowie Dienstleistungen. Gut ein Drittel (32 Prozent) der Gründer arbeitet laut Umfrage nach etwa einem Jahr kostendeckend («break even») oder erwartet dieses Stadium, insgesamt 86 Prozent sehen sich nach fünf Jahren an diesem Punkt.

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