Universität Paderborn eröffnet „PhoQS Lab“
Am Institut für Photonische Quantensysteme entwickeln Forschende verschiedener Fachrichtungen künftige Schlüsseltechnologien.
Nach drei Jahren Bauzeit wurde das „Photonic Quantum Systems Laboratory“ der Universität Paderborn, ein hochspezialisiertes Forschungszentrum auf dem Gebiet der Quantentechnologien, am 26. Februar offiziell eröffnet. Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sowie Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, begleiteten die feierliche Einweihung des neuen Forschungsbaus wohnten dem Festvortrag von Cornelia Denz bei, der Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft würdigten die Paderborner Spitzenforschung im Bereich der Quantenphotonik, die das Potenzial hat, die digitale Welt grundlegend zu verändern. Denn photonische Anwendungen, also solche, die auf Licht basieren, sind besonders wichtig für die künftige Kommunikation, den Datentransfer oder die Sensorik. Durch den Aufbau eines wissenschaftlichen Ökosystems entstehen nationale sowie internationale Partnerschaften mit führenden Institutionen und Unternehmen, die die Innovationskraft der Region steigern.
Christine Silberhorn, Sprecherin des PhoQS, präsentierte mit einem photonischen Quantenchip eines der Herzstücke der Paderborner Forschung. Die Chips im Miniaturformat können auf lange Sicht ein Quanteninternet mit Netzwerk-Quantenrechnern möglich machen. Dafür gibt es am PhoQS Lab jetzt die passende Infrastruktur: Mit einer Bruttogrundfläche von 7.950 Quadratmetern umfasst es vier Vollgeschosse und ein Teilgeschoss für die technischen Anlagen. Eine Besonderheit ist die statische Trennung von Büro- und Labortrakt durch eine schallentkoppelnde Setzfuge, die schwingungsfreie Messungen im Laborbereich garantiert. Die empfindlichsten Messgeräte ruhen auf speziell entkoppelten Fundamenten, die direkt auf dem felsigen Untergrund liegen und Vibrationen minimieren. Ein rund tausend Quadratmeter großer Reinraumbereich gewährleistet eine saubere Umgebung mit präziser Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Partikelfreiheit. Denn ein winziges Staubkorn kann die Arbeit monatelanger Forschung ruinieren. „Das PhoQS Lab ist ein Meilenstein für die internationale Quantenforschung. Wir können hier extrem aufwendige Experimente durchführen mit dem Ziel, neue Forschungsansätze in der Technologieentwicklung zu photonenbasierten Quantenanwendungen und einer skalierbaren Quantenphotonik umzusetzen“, so Prof. Silberhorn.

Das PhoQS Lab wurde bereits in der Projekt- und Antragsphase vom Wissenschaftsrat, der Empfehlungen für die Forschungspolitik gibt, mit der Bestnote „herausragend“ bewertet. Auf dieser Grundlage erfolgte im Mai 2020 die Genehmigung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK). In der GWK wirken die Wissenschafts- und Finanzministerien von Bund und Ländern mit dem Ziel zusammen, die Leistungsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschland zu fördern. Ihr Beschluss ist Ausweis der überregionalen Bedeutung des PhoQS Lab. Die Gesamtbaukosten von etwa 82,7 Millionen Euro haben das Land NRW und der Bund gemeinsam getragen, der Bund unterstützte das Vorhaben mit einer Fördersumme von 24,69 Millionen Euro. Die Universität Paderborn beteiligte sich an diesen Kosten mit rund 3,3 Millionen Euro. Geplant und umgesetzt wurde das Gebäude vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW). [UPB / dre]















