07.04.2026 • Geophysik

Neues Elektronenstrahl-Mikrosonden-Labor an der JGU eingeweiht

Extrem hohe Prä­zi­sion in der Ele­ment­analy­tik er­öff­net brei­tes An­wen­dungs­spek­trum.

Das neue Elektronenstrahl-Mikrosonden-Labor der Uni Mainz
Quelle: JGU / Peter Pulkowski

Im Beisein des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers Clemens Hoch hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) am 17. März ihr neues Elektronenstrahl-Mikrosonden-Labor offiziell eingeweiht. Herzstück des neuen Labors ist eine Feldemissions-Elektronenstrahl-Mikrosonde der neuesten Generation. Das auch EPMA-Sonde genannte Gerät – kurz für „electron probe micro analysis“ – basiert auf einem Raster-Elektronenmikroskop und ermöglicht es, mit extrem hoher Präzision die Zusammensetzung fester Materialien, zum Beispiel von Gesteinsproben, Edelsteinen, Metallen, aber auch Knochen und Zähnen, zerstörungsfrei zu untersuchen. Mit ihm können bereits winzige Materialmengen, von Bruchteilen eines Kubikmikrometers, umfassend auf ihre Haupt-, Neben- und Spurenelemente analysiert werden.

Clemens Hoch, Wissenschaftsminister von Rheinland-Pfalz (r.), und Laborleiter...
Laborleiter Stephan Buhre (l.) bei der Einweihung des neuen Elektronenstrahl-Mikrosonden-Labors mit Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Clemens Hoch
Quelle: JGU / Peter Pulkowski

Diese sehr hohe Präzision eröffnet ein breites Anwendungsspektrum: So lassen sich etwa durch die Analyse von Kristallen in vulkanischen Schmelzen Rückschlüsse auf die Aufstiegsgeschwindigkeit des Magmas ziehen, was wiederum eine bessere Gefahrenabschätzung ermöglicht. Oder es lassen sich durch die Untersuchung von Mineralen, die Seltene Erden enthalten, Hinweise auf deren Entstehung und dadurch wiederum auf mögliche Lagerstätten gewinnen. Das neue Gerät ist aber nicht nur für die Geowissenschaften von Bedeutung, sondern etwa auch fürdie Materialwissenschaften, die Chemie, die Archäologie und die Medizin. Über das zentrale Core-Facility-Projekt der JGU, ↗core4u, das die breite Anwendung von Forschungsinfrastruktur unterstützt und Forschenden unterschiedlicher Bereiche den Zugang zu hochspezialisierten Geräten erleichtert, wird es dieser großen Nutzerschaft zugänglich gemacht.

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Die Einrichtung des neuen Labors wurde vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit jeweils 800.000 Euro gefördert.

„Es freut mich sehr, dass heute nicht nur ein hochmodernes Analysegerät offiziell eingeweiht worden ist, sondern dass die Sonde bereits von zahlreichen Arbeitsgruppen für Forschungszwecke genutzt wird. Perspektivisch soll sie als Teil unserer Core Facilities einem noch größeren Nutzerkreis zugänglich gemacht werden, insbesondere unseren Partnern in Mainz und in der strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten, aber auch darüber hinaus“, sagte Uni-Vizepräsident Stefan Müller-Stach.

„Ich freue mich, dass die Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Umsetzung ihres Core-Facility-Konzepts weiter vorantreibt. Core Facilities bieten unseren Forschenden Zugang zu hochmoderner Infrastruktur, spezialisierten Technologien und fachlicher Expertise. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil einer modernen Forschungsumgebung und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaft. Das Land unterstützt diesen Ausbau gezielt, um damit wichtige Impulse für innovative Forschungsansätze zu ermöglichen, die über die bloße Bereitstellung einzelner Methoden hinausgehen“, sagte Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Hoch. [JGU / dre]

Anbieter

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Saarstr. 21
55122 Mainz
Deutschland

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