
Der perfekte Zufall
Ein Quantenexperiment der ETH Zürich hat erstmals perfekte, zertifizierbare Zufallszahlen erzeugt, die sich unter anderem beim Verschlüsseln von Nachrichten einsetzen lassen.

Ein Quantenexperiment der ETH Zürich hat erstmals perfekte, zertifizierbare Zufallszahlen erzeugt, die sich unter anderem beim Verschlüsseln von Nachrichten einsetzen lassen.

Lattice-Surgery-Methode erzeugt aus einem logischen Qubit zwei logisch verschränkte Qubits, die miteinander wechselwirken.
• 6/2025 • Seite 28 • DPG-MitgliederUm einen Quantencomputer zu realisieren, ist es essenziell, effiziente Codes für die Quantenfehlerkorrektur zu entwickeln und experimentell zu realisieren.
Quantencomputer realisieren eine grundlegend andere Art des Rechnens als ihre klassischen Gegenstücke. Diese wenden logische Gatter auf klassische Bits mit den Werten „0“ und „1“ an. Dagegen basiert ein Quantencomputer auf den Gesetzen der Quantenmechanik: Das verändert die Art der verarbeiteten Informationen, die Menge der möglichen Operationen und den Umgang mit Fehlern.
Um die Arbeitsweise eines Quantencomputers zu illustrieren, eignet sich das plakative Bild von Schrödingers Katze. Diese sitzt in einer abgeschlossenen Box zusammen mit einer Giftampulle. Kommt es zu einem Übergang zwischen zwei atomaren Zuständen, wird das Gift frei und die Katze stirbt. Entscheidend ist dabei, dass die Gesetze der Quantenmechanik den Atomübergang – und damit auch den Zustand der Katze – beschreiben. Diese verlangen, dass die Katze beim Öffnen der Box entweder tot oder lebendig ist. Zuvor befindet sie sich aber in einer „Superposition“ und ist gleichzeitig tot und lebendig. Die genaue Form der Superposition ergibt sich aus der Wahrscheinlichkeit, nach dem Öffnen den einen oder anderen Zustand vorzufinden. Die zwei Zustände der Katze entsprechen genau einem klassischen Bit: „tot“ = 0, „lebendig“ = 1. Quantencomputer können aber auch beliebige quantenmechanische Mischzustände herstellen und manipulieren. Diese Menge an Zuständen heißt auch Qubit.
Durch diese grundlegenden Unterschiede könnte der Einsatz von Quantencomputern bestimmte Aufgaben erheblich erleichtern. So publizierte Peter Shor 1995 eine Methode für die Primfaktorzerlegung durch einen Quantencomputer, deren Effizienz alle vorher dagewesenen und alle bis heute bekannten Methoden auf klassischen Computern übertrifft [1]. Die Entdeckung des Shor-Algorithmus führte zu intensiver, bis heute andauernder Forschung, um einen Quantencomputer zu realisieren. Erste Prototypen existieren bereits als faszinierende Experimente. Sie sind aber nicht besonders zuverlässig, sondern deutlich fehleranfälliger als ihre klassischen Gegenstücke. Um sie als sinnvolle Werkzeuge über die Quantenvielteilchenphysik hinaus zu etablieren, braucht es aller Voraussicht nach aktive Korrekturmechanismen, die sogenannte Quantenfehlerkorrektur. (...)

Schlupflochfreier Bell-Test mit supraleitenden Schaltkreisen widerlegt erneut Konzept der lokalen Kausalität.

System detektiert und korrigiert erstmals beide fundamentale Fehlertypen von Quantencomputern.

Quantum Computing Hub bündelt die Stärken der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts.

Fünf Meter lange Verbindung erlaubt Kopplung von Quantencomputern und Grundlagentests.

Spins in Diamanten legen Grundlage für ein Quantennetzwerk.
• 2/2018 • Seite 23Experimente mit kalten Gasen zeigen wichtige Phänomene der Festkörperphysik und unerwartete Effekte.
Transport von Materie, Ladung und Energie ist einerseits Schlüssel zum Verständnis von fast allen zentralen Vorgängen in der Natur und andererseits Grundlage für viele Technologien. Daher überrascht es nicht, dass Materialien in der Physik oft nach ihren Transporteigenschaften eingeteilt sind, beispielsweise in Leiter, Halbleiter und Isolatoren. Erst seit kurzem ist es möglich, Transportmessungen mit genau kontrollierbaren Quantensimulatoren durchzuführen. Dabei traten überraschende Vielteilcheneffekte auf.
Transportmessungen haben immer wieder zur Entdeckung unerwarteter Materieeigenschaften beigetragen, z. B. der Supraleitung oder des (fraktionierten) Quanten-Hall-Effekts, und dabei Einblicke in die Quantenphysik von Vielteilchensystemen geliefert. Bei diesen Experimenten entsteht das Signal – im einfachsten Fall der Nettostrom zwischen zwei Teilchenreservoiren – durch leicht unterschiedliche Besetzung der Energiezustände in den Reservoiren. Zudem werden bei fermionischen Systemen genau diejenigen Zustände, die zum Transport beitragen, am stärksten durch Wechselwirkungen beeinflusst.
Schon seit geraumer Zeit dienen kalte Atome dazu, idealisierte Modelle der Festkörperphysik experimentell zu realisieren und deren Eigenschaften auf den Grund zu gehen. Dazu werden sie in einer Atomfalle gefangen und in das quantenentartete Regime gekühlt. Die Rolle der Elektronen übernehmen solche Atomisotope, die der fermionischen Quantenstatistik folgen. Die kurzreichweitige Stoßwechselwirkung zwischen den Atomen spielt die Rolle der Coulomb-Wechselwirkung, die in vielen Modellen ebenfalls nur kurzreichweitig eingeht, um Abschirmeffekten Rechnung zu tragen. Mittlerweile lassen sich mit kalten Atomen viele Materiezustände erzeugen und mit Einzelatom-Auflösung untersuchen [1]...
DPG-Lehrerfortbildung
5/2015 • Seite 1Freie-Elektronen-Laser wie die Linac Coherent Light Source (LCLS) in Stanford eröffnen vielfältige Experimentiermöglichkeiten (vgl. S. 31, Bild: LCLS).
• 10/2013 • Seite 18In einem integrierten Schaltkreis aus supraleitenden Bauelementen ist die Quanten-Teleportation gelungen.

Zwei Lösungen für die deterministische Übertragung von Quantenzuständen.
• 4/2011 • Seite 21Supraleitende Resonatoren haben großes Potenzial für die Quanteninformationsverbeitung.

Einzelne Photonen im Mikrowellenfrequenzbereich charakterisiert.
Im Laufe der letzten hundert Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass sich mikroskopische Objekte, z. B. einzelne Elektronen, Neutronen oder Atome, nach den Regeln der Quantenphysik verhalten. Weit weniger offensichtlich ist hingegen, dass auch makroskopische Objekte wie elektrische Schaltungen unter bestimmten Bedingungen quantenmechanische Eigenschaften zeigen können. Das noch junge Gebiet der Quantenelektrodynamik mit elektrischen Schaltungen ermöglicht es, grundlegende quantenoptische Phänomene zu studieren, und verspricht vielfältige Anwendungen.