Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 33 • DPG-MitgliederAuf zum Mond
Im Rahmen des Artemis-Programms sollen wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen.
Am 14. Dezember 1972 verließ Eugene „Gene“ Cernan, Kommandant der Apollo 17-Mission, als vorläufig letzter Mensch den Mond. Ein Dutzend Astronauten hatten ihn bis dahin betreten. Mehr als 50 Jahre später soll das Artemis-Programm wieder Menschen auf den Mond bringen.
Das neue Mondprogramm der NASA steht in den Startlöchern und soll nicht nur bemannte Landemissionen beinhalten, sondern auf lange Sicht eine permanente Station auf dem Mond ermöglichen, um dort zu forschen, Astronomie zu betreiben und als Sprungbrett zum Mars zu dienen.
Die unbemannte Mondumrundung mit Artemis I endete erfolgreich am 11. Dezember 2022 nach 25 Tagen, zehn Stunden und 53 Minuten. Mit Artemis II sollen erstmals wieder Menschen den Mond umrunden, nach aktuellem NASA-Zeitplan im April 2026. Die Besatzung steht seit knapp einem Jahr fest: Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover kommen beide von der US Navy und sind Ingenieure. Auch Missionsspezialistin Christina Koch ist Ingenieurin, nur ihr kanadisches Pendant, Jeremy Hansen, hat einen naturwissenschaftlichen Abschluss in Space Science. Das Team soll zehn Tage lang Hard- und Software testen, die erforderlich ist, damit zukünftig Menschen den Mond erkunden können. Der Artemis II-Testflug wird die erste NASA-Mission mit Besatzung an Bord der Space-Launch-System-Rakete (SLS) und des Orion-Raumschiffs mit dem European Service Module (ESM) sein. (...)
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Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 34 • DPG-Mitglieder„Die Zukunft findet hier statt.“
Interview mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer, der hofft, zum Mond fliegen zu dürfen.
Der Materialwissenschaftler Matthias Maurer verpasste nur knapp einen Platz in der ESA-Klasse 2009, der unter anderem Alexander Gerst angehört, und ging stattdessen als Crew Support Engineer zur ESA. Zum Astronauten wurde er 2015 ausgebildet und flog 2021 in der Mission „Cosmic Kiss“ zur Internationalen Raumstation ISS. Heute leitet er die LUNA Analog Facility in Köln. Das Trainingszentrum wird von der ESA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben.
Was reizt Sie daran, zum Mond zu fliegen?
Die Frage, was es dort oben zu entdecken gibt. Wie es wohl ist, über den Mond zu laufen. Als ich das erste Mal ins All geflogen bin, wusste ich rational, was mich erwartet. Aber erst, wenn man dort ist, begreift man es im Herzen.
Was ist das Interesse der Wissenschaft?
Der Mond verrät uns viel darüber, wie das Sonnensystem entstanden ist. Wenn wir dort Radioteleskope errichten, können diese weiter in die Vergangenheit blicken als das James-Webb-Teleskop. Zudem lernen wir dort für Langstreckenmissionen: Der Mond ist ein Sprungbrett zum Mars.
Wieso das?
Bestenfalls lassen sich mit Wassereis auf dem Mond Sauerstoff und Treibstoff gewinnen. Wer weiß, wohin die Menschheit damit in tausend Jahren fliegt? In meinen Träumen gibt es dafür keine Begrenzung.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, selbst zum Mond fliegen zu dürfen?
Die stehen bei 50 Prozent. Europa bekommt für seinen Beitrag zum Artemis-Programm drei Mitfluggelegenheiten zum Lunar Gateway der NASA. Die erste erhält Deutschland. Die Entscheidung muss in den nächsten drei Jahren fallen, denn die Mission soll vor 2030 starten und erfordert zwei Jahre Training. (...)
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