Physik Journal 2 / 2026

Cover

Ultrakompakter parametrischer Verstärker
Altermagnetismus
Interview mit Matthias Maurer
Lehramt Deutschland / Südkorea

Dieser ultrakompakte optisch-­parametrische Verstärker bricht das Gain-Bandbreite-Limit. Er ­enthält nur fünf optische Komponenten und passt auf eine Handfläche. (Bild: J. Herbig / U Stuttgart, 4. Phys. Institut; vgl. S. 18)


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Meinung

Studieren Sie Physik!Erich Runge • 2/2026 • Seite 3

Studieren Sie Physik!

Kompetenzen aus der Physik sind dringend erforderlich, um den Wandel durch Künstliche Intelligenz maßgeblich mitzugestalten.

Aktuell

Alexander Pawlak • 2/2026 • Seite 6 • DPG-Mitglieder

Quantenmechanik mit Marktpotenzial

Eine von der OECD in Auftrag gegebene Studie gibt einen Überblick über Akteure, Netzwerke und Tendenzen im Bereich der Quantentechnologien.

Kerstin Sonnabend • 2/2026 • Seite 7 • DPG-Mitglieder

Eckpunkte für sichere Forschung

Politik und Wissenschaft haben sich auf die Einrichtung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verständigt.

Kerstin Sonnabend • 2/2026 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

Herausforderung gesucht

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat vier Projekte für die Forschungskampagne „Quantum Use Challenge“ ausgewählt.

DLR / Maike Pfalz • 2/2026 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

Sammelstelle für Mondstaub

Maike Pfalz / Fraunhofer IPMS • 2/2026 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Start für Quantum Saxony

Der Freistaat Sachsen eröffnet ein Netzwerk für Quantentechnologien.

Maike Pfalz / DHV • 2/2026 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Eckpunkte für Besoldung

Der Deutsche Hochschulverband hat ein Zehn-Punkte-Papier zur Reform der W-Besoldung vorgelegt.

Matthias Delbrück • 2/2026 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Baubeginn Süd

Die CTAO-Kooperation legt den Grundstein für ihr Gammateleskop auf dem Cerro Paranal.

Matthias Delbrück • 2/2026 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Starthilfe für Collider

Alexander Pawlak; Matthias Delbrück; Kerstin Sonnabend • 2/2026 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

USA: Kernenergie auf dem Mond?; Umbau oder Abbau?; Aus für ­Klimainstitut; Ein neues Haus fürs Fermilab; Ein Fenster zum Universum

Leserbriefe

Dr. Alexander Stendal; mit Erwiderung der Autoren • 2/2026 • Seite 15 • DPG-Mitglieder

Enge Spielräume

Zu: P. Bitzenbauer, S. Heusler und O. Passon, Physik Journal, Dezember 2025, S. 30

High-Tech

Michael Vogel • 2/2026 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Abbildung ohne ­Kompromisse; Blutungen überwachen; Heliumlecks erkennen; Leichtes Mikroskop

Brennpunkt

Die Phasenanpassung überlistenUwe Morgner • 2/2026 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

Die Phasenanpassung überlisten

Mittels extrem effizienter nichtlinearer Frequenzkonversion gelingt auch mit einem dünnen Kristall eine hohe ­para­metrische Verstärkung.

Kerstin Sonnabend • 2/2026 • Seite 20 • DPG-Mitglieder

Auf den Punkt gebracht

Lehre

Wertschätzung für das LehramtTaegyoung Lee und Andreas Fuchs • 2/2026 • Seite 22 • DPG-Mitglieder

Wertschätzung für das Lehramt

Das Physiklehramt in Deutschland und Südkorea – ein Systemvergleich

In Südkorea ist der Lehrerberuf beliebt und viele junge Menschen möchten ihn ergreifen, in Deutschland dagegen herrscht insbesondere in den Naturwissenschaften ein eklatanter Lehrkräftemangel. Wie unterscheidet sich die Lehrkräfteaus­bildung? Und was kann Deutschland ggf. von Südkorea lernen? Ein Vergleich soll diese Fragen beleuchten.

Der Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern hängt maßgeblich von der Qualität der Lehrkräfte ab. Auch in einer digitalisierten Gesellschaft, in der moderne Technologien wie KI-gestützte Lernsysteme zunehmend propagiert werden, bleibt dieses zeitlose pädagogische Credo gültig.

Südkorea gehört zu den Ländern, die Bildung einen besonders hohen Stellenwert beimessen und sich intensiv bemühen, die Lehrqualität stetig weiter zu verbessern. Geprägt von konfuzianischer Tradition, in welcher der Respekt vor Lehrenden eine hohe Stellung hat und die ein gutes Benehmen betont, genießt der Lehrberuf dort ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Das spiegelt sich auch im Selbstverständnis der Lehrkräfte wider. So gaben 2018 bei einer TALIS-Befragung (Teaching and Learning International Survey) 67 Prozent der koreanischen Lehrkräfte an, dass sie ihren Job als gesellschaftlich wertvolle Tätigkeit ansehen. Im OECD-Durchschnitt liegt der Wert bei nur 26 Prozent [1]. 

Aufgrund des hohen Ansehens und der Tatsache, dass der Beruf sehr begehrt ist, gibt es im koreanischen Schul­system eine Bestenauslese, die hochqualifizierte Lehrkräfte hervorbringt. In Deutschland hingegen ist der Lehrermangel deutlich spürbar – besonders in der Physik. Dieser Mangel wirkt sich negativ auf die Qualität der eingestellten Lehrkräfte aus und damit unmittelbar auf die physikalische Bildung zukünftiger Generationen. (...)

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Überblick

Eine neue Art des MagnetismusMartin Jourdan, Mathias Kläui, Libor Šmejkal und Jairo Sinova • 2/2026 • Seite 26 • DPG-Mitglieder

Eine neue Art des Magnetismus

Im Jahr 2022 wurde mit dem Altermagnetismus ein dritter Typ des Magnetismus vorhergesagt.

Ein neuer Magnetismus erobert die Forschung: Altermagnetismus kombiniert die Vorteile von Ferro- und Antiferromagneten und eröffnet völlig neue Wege für die Spintronik. Mit richtungsabhängiger Spinpolarisation und THz-Spin-Dynamik verspricht er revolutionäre Anwendungen – vom ultraschnellen Datenspeicher bis zu neuartigen Transportphänomenen.

Altermagnetismus beschreibt einen grundlegend neuen Typ von Magnetismus mit kompensierten antiparallel geordneten magnetischen Momenten. Die Bandstruktur weist dabei eine richtungsabhängig alter­nierende Spinpolarisation auf [1 – 3]. Die bahnbrechende Vorhersage des Altermagnetismus im Jahr 2022 basierte auf einer langjährigen Faszination für Symmetrien in magnetischen Systemen und der Vision, die Vorteile von Ferro­- und Antiferromagneten in der spinbasierten Elektronik (Spintronik) kombinieren zu können. Zuvor galt als allgemein akzeptiert, dass unser Verständnis herkömmlicher kollinearer Ferromagneten und Antiferromagneten aus mikroskopischer sowie symmetriebezogener Sicht im Wesentlichen vollständig ist. Entsprechend hat die Ent­deckung einer eigenständigen weiteren Phase ein neues Forschungsfeld des unkonventionellen Magnetismus entstehen lassen. Ein Hauptmerkmal des Altermagnetismus ist die Kombination von THz-Spin-Dynamik wie in Antiferromagneten mit stark spinpolarisierten Strömen wie in Ferromagneten. Neben diesen technologisch vorteilhaften Eigen­schaften zeigen Altermagnete weitere einzigartige Phänomene, etwa einen anomalen Hall-Effekt, der nicht von einer Netto­magnetisierung abhängt, sondern von der Orien­tierung der kompensierten antiparallelen magnetischen Momente (Néel-Vektor) relativ zur Kristallorientierung (Abb. 1) [2]. 

In Festkörpern ist es konventionell üblich, kollinear geordnete Phasen gleichgroßer magnetischer Momente als ferro- oder als antiferromagnetisch zu klassifizieren. Solche magnetischen Ordnungsstrukturen entstehen durch die quantenmechanische Austauschwechselwirkung, die sowohl eine parallele als auch eine antiparallele Ausrichtung magnetischer Momente erzeugen kann. Darüber hinaus gibt es auch kompliziertere nicht-kollineare magnetische Strukturen, zum Beispiel helikale Ordnung. (...)

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Forum

Auf zum MondRonja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 33 • DPG-Mitglieder

Auf zum Mond

Im Rahmen des Artemis-Programms sollen­ ­wieder ­Menschen auf dem Erdtrabanten landen.

Am 14. Dezember 1972 verließ Eugene „Gene“ Cernan, Kommandant der Apollo 17-Mission, als vorläufig letzter Mensch den Mond. Ein Dutzend Astronauten hatten ihn bis dahin betreten. Mehr als 50 Jahre später soll das Artemis-Programm wieder Menschen auf den Mond bringen.

Das neue Mondprogramm der NASA steht in den Startlöchern und soll nicht nur bemannte Landemissionen beinhalten, sondern auf lange Sicht eine permanente Station auf dem Mond ermöglichen, um dort zu forschen, Astronomie zu betreiben und als Sprungbrett zum Mars zu dienen.

Die unbemannte Mondumrundung mit Artemis I endete erfolgreich am 11. Dezember 2022 nach 25 Tagen, zehn Stunden und 53 Minuten. Mit Artemis II sollen erstmals wieder Menschen den Mond umrunden, nach aktuellem NASA-Zeitplan im April 2026. Die Besatzung steht seit knapp einem Jahr fest: Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover kommen beide von der US Navy und sind Ingenieure. Auch Missionsspezialis­tin Christina Koch ist Ingenieurin, nur ihr kanadisches Pendant, Jeremy Hansen, hat einen naturwissenschaftlichen Abschluss in Space Science. Das Team soll zehn Tage lang Hard- und Software testen, die erforderlich ist, damit zukünftig Menschen den Mond erkunden können. Der Artemis II-Testflug wird die erste NASA-Mission mit Besatzung an Bord der Space-Launch-System-Rakete (SLS) und des Orion-Raumschiffs mit dem European Service Module (ESM) sein. (...)

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„Die Zukunft findet hier statt.“Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 34 • DPG-Mitglieder

„Die Zukunft findet hier statt.“

Interview mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer, der hofft, zum Mond fliegen zu dürfen.

Der Materialwissenschaftler Matthias Maurer verpasste nur knapp einen Platz in der ESA-Klasse 2009, der unter anderem Alexander Gerst angehört, und ging stattdessen als Crew Support Engineer zur ESA. Zum Astronauten wurde er 2015 ausgebildet und flog 2021 in der Mission „Cosmic Kiss“ zur Internationalen Raumstation ISS. Heute leitet er die LUNA Analog Facility in Köln. Das Trainingszentrum wird von der ESA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben.

Was reizt Sie daran, zum Mond zu fliegen?

Die Frage, was es dort oben zu entdecken gibt. Wie es wohl ist, über den Mond zu laufen. Als ich das erste Mal ins All geflogen bin, wusste ich rational, was mich erwartet. Aber erst, wenn man dort ist, begreift man es im Herzen.

Was ist das Interesse der Wissenschaft?

Der Mond verrät uns viel darüber, wie das Sonnensystem entstanden ist. Wenn wir dort Radioteleskope errichten, können diese weiter in die Vergangenheit blicken als das James-Webb-Teleskop. Zudem lernen wir dort für Langstreckenmissionen: Der Mond ist ein Sprungbrett zum Mars. 

Wieso das?

Bestenfalls lassen sich mit Wasser­eis auf dem Mond Sauerstoff und Treibstoff ge­winnen. Wer weiß, wohin die Menschheit damit in tausend Jahren fliegt? In meinen Träumen gibt es dafür keine Begrenzung.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, selbst zum Mond fliegen zu dürfen?

Die stehen bei 50 Prozent. Europa bekommt für seinen Beitrag zum Artemis-Programm drei Mitfluggelegenheiten zum Lunar Gateway der NASA. Die erste erhält Deutschland. Die Entscheidung muss in den nächsten drei Jahren fallen, denn die Mission soll vor 2030 starten und erfordert zwei Jahre Training. (...)

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Physik im Alltag

In Echtzeit durch virtuelle Welten gleitenMichael Vogel • 2/2026 • Seite 38 • DPG-Mitglieder

In Echtzeit durch virtuelle Welten gleiten

Bewegungen wirken sich in einer Virtual oder Augmented Reality schnell auf die Darstellung aus, wenn Sensordaten und Algorithmen geschickt zusammenarbeiten.

Menschen

Maike Pfalz • 2/2026 • Seite 40 • DPG-Mitglieder

„Ich sehe mich als Ideengeberin und eine Art Übersetzerin.“

Interview mit Stefanie Hartmann

2/2026 • Seite 41 • DPG-Mitglieder

Personalien

Jörg Main und Holger Cartarius • 2/2026 • Seite 45 • DPG-Mitglieder

Nachruf auf Günter Wunner

Martin Holthaus, Detlef Lohse und Stefan Thomae • 2/2026 • Seite 46 • DPG-Mitglieder

Zum Gedenken an Siegfried Großmann (1930 – 2025)

Rezensionen

Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 48 • DPG-Mitglieder

Matthias Maurer, Sarah Konrad, Noa Sauer (Illustration): WAS IST WAS – Training für den Mond

Alexander Pawlak • 2/2026 • Seite 48 • DPG-Mitglieder

Jules Verne: Von der Erde zum Mond / Reise um den Mond

Kerstin Sonnabend • 2/2026 • Seite 49 • DPG-Mitglieder

Frank Verstraete und Céline Broeckaert: Warum niemand die Quanten­theorie versteht – Aber jeder etwas darüber ­wissen sollte

DPG

Mario Birkholz und Hendrik Weimer • 2/2026 • Seite 50

Die DPG auf Mastodon

Ein neues soziales Netzwerk für die Wissenschaftskommunikation

Christian Kuttner und Mathis Fricke • 2/2026 • Seite 52 • DPG-Mitglieder

Wissenschaft trifft Politik

Eindrücke des WE-Heraeus-Forums und eines Deep Dives über Evidenz, Effizienz und politische Kulturen.

Irene Neumann, Anna Benecke und Franko Greiner für das ­Organisationsteam der Deutschen ­Physikerinnentagung 2025 • 2/2026 • Seite 54 • DPG-Mitglieder

From Insight to Impact

Die 27. Deutsche Physikerinnentagung fand Mitte September 2025 an der Universität Kiel statt.

Sebastian Dohrmann für das Kommunikationsteam der DPG • 2/2026 • Seite 55 • DPG-Mitglieder

Eine gewachsene Vielfalt

Seit gut zehn Jahren zeigt der YouTube-Kanal der DPG die ganze Bandbreite der Vereinsaktivitäten.

Andreas Fehlner • 2/2026 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

Antrieb für Innovation

Die 48. DPG-Tagung Forschung – Entwicklung – Innovation befasste sich mit dem Thema „Innovation“.

Maël Averdung • 2/2026 • Seite 57 • DPG-Mitglieder

jDPG erleben!

Die junge DPG lebt vom persönlichen Engagement.
In dieser Interviewreihe stellen wir aktive Mitglieder und ihre Projekte vor.

Notizen

2/2026 • Seite 58 • DPG-Mitglieder

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