26.01.2026 • Science Fiction

Von der Erde zum Mond / Reise um den Mond

Jules Verne: Von der Erde zum Mond / Reise um den Mond, Coppenrath, Münster, 2024, geb., 464 S., 36 Euro, ISBN 9783649648123

Jules Verne

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Im April dieses Jahres sollen mit der Artemis-II-Mission wieder Menschen um den Mond fliegen – 57 Jahre nachdem dies mit Apollo 8 erstmals real gelang und 160 Jahre nachdem Jules Verne zwei Amerikaner und einen Franzosen zu unserem Trabanten schoss. Jules Verne war es in seinen Werken auf geniale Weise gelungen, das Wissen seiner Zeit in spannende Reiseerzählungen zu packen, und das wohl am wirkungsvollsten in seinen beiden Mond-Romanen.

Alle Pioniere in der Geschichte der Raketentechnik und Raumfahrt dürften diese verschlungen haben; Hermann Oberth inspirierten sie als Schüler dazu, Vernes Angaben nachzurechnen. Die Lektüre ist auch heute noch unterhaltsam und aufschlussreich, etwa wenn es um die Kriegstechnik als Ursprung der Raumfahrt geht, die satirischen Seitenhiebe auf Amerika und die versöhnlichen Bemühungen des Franzosen Ardan, dem letztlich die bemannte Mondfahrt zu verdanken ist.

Daneben lernt man viel über die Geschichte der Mondforschung und die Landschaften des Mondes, die Verne eindrucksvoll vor Augen führt – ein Jahrhundert, bevor Frank Borman, Jim Lovell und William Anders diese mit Apollo 8 erstmals aus der Nähe sehen konnten und mit dem Foto des „Erdaufgangs“ eine Ikone des Weltraumzeitalters schufen.

Muss man eine Ausgabe dieser weltbekannten Werke heute noch vorstellen und empfehlen? Durchaus, denn es gibt einen veritablen Wildwuchs von gekürzten, schlecht übersetzten oder auf andere Weise lieblos zusammengeschusterten Editionen. Die eindrucksvollste Ausgabe legt hier zweifellos der Coppenrath-Verlag vor.

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Sie hat den Vorteil, dass sie nicht nur optisch etwas hermacht, sondern auch textlich adäquat ist. Das hat Verne auch verdient, dessen bedeutendste Werke es in Frankreich längst in die renommierte Bibliothèque de la Pléiade geschafft haben. Die vorliegende reich illustrierte Ausgabe mit Goldschnitt und geprägtem Cover, das klassischen Prachtausgaben nachempfunden ist, sowie Lesebändchen basiert auf der vorbildlichen Edition des Verne-Kenners Volker Dehs, die bei Winkler und im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen ist. Diese haben ein handlicheres Format als die Coppenrath-Ausgabe, einen erweiterten Anhang und die französischen schwarzweißen Originalillustrationen.

Die Schmuckausgabe ersetzt diese fast vollständig durch farbige Abbildungen, die den Quellen entstammen, die Verne benutzt hat. Das ist thematisch äußersstimmig und dank der originellen Gestaltung ein Augenschmaus. Der Herausgeber liefert in seinem Nachwort und den umfangreichen Anmerkungen viele interessante Informationen. Dazu kommen ebenso hübsche wie instruktive Beilagen, von denen mich die ausfaltbare Mondkarte nach Beer und Mädler am meisten erfreut hat.

Wenn ich einen Nachteil nennen müsste, dann nur, dass der Band wegen der Papierstärke sehr wuchtig ausfällt und mehr als doppelt so dick ist wie eine Prachtausgabe aus dem Jahr 1877. Dafür bekommt man aber auch eine moderne Übersetzung, die Vernesche Eigenheiten bewahrt, etwa seinen Hang zu Amerikanismen und den unkonventionellen Umgang mit Zahlenangaben und Einheiten.

Allen Verne-Fans und denjenigen, die sich nostalgisch auf die angekündigte Mondumrundung vorbereiten möchten, sei diese prächtige Ausgabe uneingeschränkt empfohlen.

Alexander Pawlak

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