04.03.2024

Biophotonik im Fokus

Internationaler Kongresses für Biophotonik ICOB 2024 beginnt in Jena.

Diese Woche ist Jena der Knotenpunkt für internationale Expertinnen und Experten der optischen Gesundheits­technologien. Die siebte Ausgabe des Inter­nationalen Kongresses für Biophotonik (ICOB 2024) bringt führende Köpfe aus Wissenschaft, Technologie und Medizin mit Ver­treterinnen und Vertretern der Industrie zusammen, um die zukünftige Ausrichtung des Forschungs­feldes zu diskutieren und die Umsetzung licht­basierter Techno­logien in klinische Anwendungen voran­zutreiben. Organisiert wird der Kongress vom Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien.

Abb.: Patrick Westermann (l.), Hana Cizmarova und Sergey Turtaev entwickeln im...
Abb.: Patrick Westermann (l.), Hana Cizmarova und Sergey Turtaev entwickeln im Startup DeepEn haarfeine Endoskope für die Neurowissenschaften.
Quelle: S. Döring, IPHT

Heute gibt Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell den Auftakt. Seine bahn­brechenden Arbeiten zur Licht­mikroskopie haben die Grenzen des Sichtbaren neu definiert und ermöglichen tiefgreifende Einblicke in die Nanowelt lebender Zellen. Diese Entdeckung eröffnet der biomedizinischen Forschung neue Wege, von der Untersuchung neuro­degenerativer Krankheiten bis zur Erforschung der Mechanismen von Krebszellen. Das inter­disziplinäre Feld der Biophotonik nutzt Licht, um biologische Prozesse zu untersuchen und zu steuern und ist ein Schlüssel zu neuen Verfahren in der Medizin und Gesundheits­vorsorge sowie für eine präzisere Umweltüberwachung. 

Der ICOB-Kongress zeigt das Potential optischer Techno­logien für die Früherkennung und Behandlung von Krebs und Infektions­krankheiten auf und stellt erfolgreiche Beispiele für den Technologie­transfer vor. Darunter befindet sich das Startup DiaMonTech, das eine schmerzfreie Methode zur Blutzuckermessung entwickelt hat, sowie das junge Jenaer Startup DeepEn. Das 2024 ausgegründete Spin-off des Leibniz-IPHT verfolgt das Ziel, haarfeine Endoskope für die Neurowissen­schaften auf den Markt zu bringen, die es erstmals ermöglichen, mikro­skopische Prozesse in tiefen Hirnregionen sichtbar zu machen. 

Zusätzlich zum ICOB 2024 findet die 10. Internationale Konferenz über Perspektiven in der Vibra­tionalen Spektroskopie (ICOPVS 2024) statt. Die renommierte wissen­schaftliche Konferenz, die zum ersten Mal in Europa ausgerichtet wird, bringt Forschende aus aller Welt zusammen, um innovative Methoden der Schwingungs­spektroskopie für biomedizinische Anwendungen zu diskutieren. Im Fokus stehen dabei Verfahren der IR- und Raman-Spektroskopie, die in Verbindung mit KI-Technologien entscheidend zur Entwicklung neuer diagnostischer und thera­peutischer Methoden beitragen sowie die Umweltüberwachung verbessern können.

Leibniz-IPHT / JOL

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