30.07.2026

Mit drei Hubs in die Zukunft

Das Bundesforschungsministerium hat die Standorte und Verantwortlichen für die Hubs zu Laser- und Magnetfusion sowie zu Querschnittsthemen der Fusion bekanntgegeben.

Kerstin Sonnabend

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert unter anderem im Rahmen seiner Hightech Agenda Deutschland die Forschung zur Kernfusion bzw. Entwicklungen hin zu einem Fusionskraftwerk. Um wirtschaftliche Innovation und wissenschaftliche Exzellenz in zentralen Technologiefeldern der Fusion zu vereinen, hat das Ministerium parallel zum ersten Fusionskongress im März dieses Jahres eine Förderrichtlinie für drei Fusionshubs offiziell veröffentlicht. Nun hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bekannt gegeben, welche Standorte den Zuschlag für die Koordination der Hubs erhalten haben und damit über eine Anschubfinanzierung von insgesamt 125 Millionen Euro verfügen können.

VEGA – Standort Biblis
So könnte der Standort Biblis des Fusionshubs VEGA künftig aussehen.
Quelle: Focused Energy

Der Hub VEGA widmet sich der Laserfusion; die Koordination liegt bei den beiden Start-ups Marvel Fusion und Focused Energy. Zusammen mit derzeit 14 weiteren aktiven Partnern wollen sie die Technologien für die lasergetriebene Trägheitsfusion weiterentwickeln und allgemein zu verbesserten Hochleistungslasern beitragen. Als zentrale Standorte des Hubs dienen das Gelände des vormaligen Kernkraftwerks Biblis in Hessen und der European XFEL in Hamburg und Schenefeld. Für diesen Hub gilt es, die in Deutschland vorhandene Expertise zu Photonik, Optik und Lasertechnologie zusammenzuführen und gleichzeitig die Entwicklung und Fertigung der Targets voranzutreiben, die den Fusionsbrennstoff enthalten.

European XFEL – HED-HIBEF
An der Experimentierstation HED-HIBEF findet bei European XFEL fusionsrelevante Forschung statt.
Quelle: European XFEL

Bei der Magnetfusion legt der Hub STRIDE den Fokus auf das Stellarator-Prinzip, dessen Grundlagen das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald mit Wendelstein 7-X in einer internationalen Führungsrolle erforscht. Darauf bauen die beiden Start-ups Proxima Fusion und Gauss Fusion auf, die den Hub gemeinsam mit dem IPP koordinieren. Neun weitere aktive Partner tragen derzeit ebenfalls dazu bei, die wissenschaftlichen Erkenntnisse schneller in industrielle Entwicklungen einfließen zu lassen. Mit Garching bei München und dem Gelände des im Rückbau befindlichen Kernkraftwerks Gundremmingen liegen die Standorte des Hubs in Bayern; der Freistaat hat daher bereits eine erhebliche Kofinanzierung in Aussicht gestellt.

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Ein komplexes Feld

Eine themenübergreifende Rolle nimmt der Hub MAT-TRIX ein. Unter der Koordination des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beteiligen sich alle vier in Deutschland aktiven Fusionsunternehmen gemeinsam mit neun weiteren aktiven Partnern daran, das Tritium für den Brennstoffkreislauf verfügbar zu machen. Dazu gehört es, die Materialien für die sogenannten Brut-Blanketts zu entwickeln, die dauerhaft den hohen Temperaturen und der intensiven Belastung durch die entstehenden Neutronen standhalten. Neben dem KIT dient Gundremmingen als zweiter Standort.

Als erste Aufgabe sollen die drei Hubs die Zusammenarbeit ihrer Partner strukturieren und zum Beispiel die Forschung und Entwicklung gemeinsam planen, den Umgang mit geistigem Eigentum klären und das Anwerben von Fachpersonal organisieren. Bis 2029 sind sechs Phasen vorgesehen, um jeden der Hubs schrittweise zu erweitern. Dazu ist es auch nötig, Investitionen aus der Wirtschaft sowie Fördermittel von den Bundesländern oder auf internationaler Ebene einzuwerben. Das BMFTR plant als nächsten Baustein seiner Fördermaßnahmen, eine meilensteinbasierte Finanzierung einzuführen, um speziell anwendungsnahe Entwicklungen von Fusionsunternehmen zu unterstützen.

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Die Reichelt Chemietechnik wurde am 1. September 1978 als Vertriebs- und Produktionsgesellschaft von Dr. Peter Reichelt in Heidelberg gegründet, wobei sich das Unternehmen als „Mailorderhaus“ verstand.

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