25.01.2016

Durchsichtige Stromerzeugung

Erste transparente Solarzelle basiert auf Zink- und Nickeloxiden.

Physiker der Universität Leipzig haben die weltweit erste transparente Solarzelle entwickelt. Sie besteht aus den Oxiden der preis­günstigen und einfach verfügbaren Metallen Zink und Nickel, kann ultra­violettes Licht absorbieren und ist für die groß­flächige Anwendung – etwa auf Glasflächen – geeignet. Die Experimental­physiker Marius Grundmann und Robert Karsthof haben sie in dreijähriger Forschungsarbeit konstruiert. „Bisher gab es keine transparenten Dioden, die für Solar­zellen geeignet waren", sagt der Physiker, der in der Vergangen­heit bereits transparente Displays und Transistoren aus den gleichen Materialien entwickelt hat.

Abb.: Diese transparente Solarzelle wurde von Marius Grundmann und seinem Team entwickelt. (Bild: S. Reichhold, U. Leipzig)

„Das ist ein Riesenschritt“, betont Grundmann, dessen Forschungs­projekt „Transparente photo­voltaische Zellen" von der Sächsischen Aufbau­bank gefördert wurde. Die Heraus­forderung habe darin bestanden, eine transparente Diode zu entwickeln, die nicht nur als Photo­detektor arbeitet, sondern tatsächlich Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt – und das aus preiswerten Materialien. Grundmann wird die transparenten Solar­zellen zunächst bei seinen Experimenten nutzen, um einen transparenten Schalt­kreis autark mit Strom zu versorgen. „Es ist jetzt schwer zu sagen, wann transparente Solar­zellen industriell gefertigt werden. Das dauert noch Jahre. Aber die Chancen dafür sind gut", sagt er.

Die Solarzellen könnte man auf einer Fenster­scheibe anbringen, die dann trotzdem noch transparent ist. Mit dem erzeugten Solarstrom lassen sich beispiels­weise ein Handy aufladen oder Sensoren für die Temperatur­messung betreiben.

U. Leipzig / DE

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