29.09.2026

Franziska Fennel leitet neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe

DFG bewil­ligt Pro­jekt zur Spek­tro­sko­pie or­ga­ni­scher Mo­le­kül­kris­tal­le mit ho­hen Har­mo­ni­schen an der Uni­ver­si­tät Ros­tock.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft  fördert eine neue Emmy Noether-Forschungsgruppe am Institut für Physik der Universität Rostock unter der Leitung von Franziska Fennel. Ziel des Projekts ist es, die Erzeugung hoher Harmonischer in organischen Molekülkristallen zu erforschen und diese als spektroskopisches Werkzeug zu erschließen. Über einen Zeitraum von zweimal drei Jahren erhält das Projekt neben der Stelle von Dr. Fennel, drei Stellen für Doktorand:innen, eine Postdoc-Stelle sowie weitere Sachmittel mit einem Gesamtumfang von zwei Millionen Euro.

Dr. Franziska Fennel
Dr. Franziska Fennel
Quelle: Julia Tetzke / U Rostock

Organische Molekülkristalle (OMKs) sind eine faszinierende Materialklasse mit großem Potenzial für die Elektronik der Zukunft – etwa in organischen Leuchtdioden (OLEDs), Solarzellen oder Sensoren. In den OMKs sind einzelne Moleküle in einem Gitter angeordnet. Durch diese Ordnung entstehen faszinierende neue Eigenschaften, die sich deutlich von einzelnen Molekülen unterscheiden. Um die Eigenschaften der Molekülkristalle zu verstehen, braucht es einen tiefen Einblick in die physikalischen Prozesse auf ihrer natürlichen Zeitskala von Femto- und Pikosekunden.

Während Hohe Harmonische Strahlung – eine kohärente Strahlung, die bei der Wechselwirkung starker Laserfelder mit Materie entsteht – in Gasen und anorganischen Festkörpern bereits etabliert ist, ist ihre Erzeugung in OMKs noch völlig unerforscht. Hier setzt die neue Forschungsgruppe an: Das Team untersucht erstmals, wie Hohe Harmonische in OMKs entstehen und wie deren spektroskopische Signatur genutzt werden kann, um ultraschnelle Vorgänge sichtbar zu machen.

Das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft eröffnet herausragend qualifizierten Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Eine Emmy-Noether-Förderung erfolgt nach einem mehrstufigen Bewilligungsverfahren und hat eine Bewilligungsquote von zirka zwanzig Prozent. Fennel freut sich über die positive Begutachtung und sagt: „Der Rückenwind durch die Hochschulleitung und des gesamten Institutes für Physik war extrem hilfreich und zeigt, dass die Forschungsbedingungen in Rostock ideal sind.“

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Fennel war bislang Postdoc in der Arbeitsgruppe „Dynamik molekularer Systeme“ unter der Leitung von Stefan Lochbrunner am Institut für Physik der Universität Rostock. Mit der neu eingeworbenen Emmy-Noether-For­schungs­gruppe geht sie nun den nächsten Schritt in ihrer wissenschaftlichen Karriere und baut eine eigene, unabhängige Forschungsgruppe auf. Fennel blickt neugierig auf die kommende Zeit: „Ich freue mich extrem, dass mein tolles Team weiterwächst und wir diese spannenden Fragen zu den Starkfeldeffekten in den OMKs untersuchen können. Die Forschungsumgebung durch den SFB 1477 LiMatI, das IRTG 2676 „Imaging Quantum Systems“, das Department Leben, Licht & Materie (LL&M), ELMI-MV und das neu gegründete HEDI bietet hervorragende Möglichkeiten zur Kooperation mit anderen Wissenschaftler*innen.“

Die Experimente werden in einem Labor LL&M durchgeführt. Hier überlässt Prof. Lochbrunner der Nachwuchsgruppe ein vollausgestattetes Laserlabor, in dem die Starkfeldexperimente bei idealen Bedingungen durchgeführt werden können. Lochbrunner gratuliert herzlich: „Der erfolgreiche Antrag von Dr. Fennel ist nicht nur für sie ein erfolgreicher Meilenstein, sondern stärkt auch das ganze Institut und unsere Verbundprojekte. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Forschungsergebnisse.“ [U Rostock / dre]

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