Gewittererfassung aus dem All

Europas erster Lightning Imager für genauere Wettervorhersagen

Das erste Satelliten­instrument, das kontinuierlich Blitz­akti­vitäten von Gewittern über Europa und Afrika überwacht, wurde Anfang Juni von EUMETSAT in Betrieb genommen. Bereits die ersten vorläufigen Daten des Lightning Imager beeindrucken durch ihre Fähigkeit, Gewitter in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu verfolgen. Meteorologen versprechen sich von den neuen Messungen bedeutende Fortschritte bei der Vorhersage schwerer Stürme.

Abb.: Stand­bild aus einer Anima­tion der Blitz­aktivität während einer...
Abb.: Stand­bild aus einer Anima­tion der Blitz­aktivität während einer Reihe tropischer Gewitter­stürme in der afri­ka­nischen Sahel-Region am 7. Juni 2023. Auf­ge­nom­men wurde das Bild vom Light­ning Imager an Bord des neu­sten und aus­ge­reif­testen euro­pä­ischen Wetter­satel­liten Meteosat Third Gene­ra­tion – Imager 1. (Bild: EUMETSAT / ESA)

Das Satelliten­instrument wurde am 13. Dezember 2022 an Bord des Satelliten Meteosat Third Generation – Imager 1 ins All befördert. Der von Leonardo gebaute Lightning Imager erkennt die Lichtimpulse, die bei Gewittern von Blitzen zwischen Wolken, innerhalb von Wolken sowie zwischen Wolken und dem Erdboden erzeugt werden. Das Instrument verfügt über vier Kameras, die Europa, Afrika, den Nahen Osten und Teile von Südamerika und angrenzende Meeres­gebiete abdecken.

Diese werden vom All aus kontinu­ierlich die Blitz­aktivität beobachten. Jede Kamera kann tausend Bilder pro Sekunde aufzeichnen, tags wie nachts. So kann selbst ein einzelner Blitzschlag erkannt werden, der mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar ist. Dank spezieller Algorithmen werden die Daten noch an Bord verarbeitet, sodass nur relevante Informationen zur Erde übertragen werden. Auf diese Weise wird nicht nur eine präzisere Wetter­vorhersage unterstützt, sondern auch die Unter­suchung von Wetter­phänomenen sowie ein sicherer Flugverkehr.

Die erzeugten Daten werden dann von EUMETSAT unter anderem an die Wetterdienste seiner Mitglieds­staaten weitergegeben. EUMETSAT wird die Daten aber auch an Wetterdienste in Afrika und in anderen Regionen weitergeben, in denen die Genauigkeit der Blitz­erkennung mittels Boden­messungen begrenzt ist.

„Vor schweren Gewittern gibt es häufig abrupte Veränderungen der Blitzaktivität“, erklärt EUMETSAT-General­direktor Phil Evans. „Durch Beobachtung dieser veränderten Aktivität kann der Lightning Imager Meteorologen bei der Vorhersage schwerer Gewitter unterstützen. Durch Analyse dieser Daten zusammen mit den hoch­auf­lösenden Bildern des Flexible Combined Imager werden Wetterdienste besser in der Lage versetzt, die Entwicklung schwerer Stürme zu verfolgen und damit rechtzeitig Warnungen für Bürger, den Zivilschutz und andere Behörden aus­zu­sprechen.“

EUMETSAT / RK

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