24.05.2006

Gute Chance für Nachwuchsforscher

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft legt eine Studie zur Antragsaktivität von Juniorprofessoren vor.


Gute Chance für Nachwuchsforscher

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft legt eine Studie zur Antragsaktivität von Juniorprofessoren vor.

Juniorprofessoren gehen der Forschung trotz ihres vergleichsweise hohen Lehrdeputats nicht verloren. Im starken Wettbewerb um Drittmittel aus dem Fördertopf der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) können sie sich behaupten. Dies belegt der neue Infobrief zu „Antragsaktivität und -erfolg von Juniorprofessoren bei der DFG“, der die ersten zwei Jahre des neuen Qualifikationsweges genauer unter die Lupe nimmt. Demnach traten seit Einrichtung der Juniorprofessur durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2002 zwei Drittel der betroffenen Nachwuchswissenschaftler aus den Lebens- und Naturwissenschaften und mehr als die Hälfte aus den Ingenieurwissenschaften im Beobachtungszeitraum bis 2004 mindestens einmal als Antragsteller bei der DFG in Erscheinung. Von den Geistes- und Sozialwissenschaftlern war jeder Dritte antragsaktiv. Juniorprofessoren aus den Lebens- und Naturwissenschaften sind mit ihren DFG-Anträgen überdurchschnittlich erfolgreich.

„Unsere Studie belegt, dass die Juniorprofessur im Hinblick auf die Forschungsförderung keine Sackgasse ist“, sagt Dr. Beate Scholz, verantwortlich für den Bereich Nachwuchsförderung innerhalb der DFG. Auch illustrieren die Daten, dass Juniorprofessoren nicht nur in der Einzelförderung Mittel beantragen, sondern sich auch in Forschungsnetzwerken im Rahmen der Sonderforschungsbereiche oder Schwerpunktprogramme aktiv beteiligen. Aber die Studie zeigt noch mehr. So geben zahlreiche, bisher nicht veröffentlichte Statistiken des BMBF Aufschluss über die zum Teil beträchtlichen Unterschiede bei den Stellen für Juniorprofessoren in den einzelnen Fächern: Mehr als 35 Prozent der Juniorprofessuren wurden in der Mathematik und den Naturwissenschaften eingerichtet (Sprach- und Kulturwissenschaften: 13,8 Prozent, Kunst und Kunstwissenschaften: 2,3 Prozent). Gegenüber „klassischen“ Professorenstellen ist zudem der Anteil an Frauen bei der Besetzung besonders hoch (27,9 Prozent).

Mit der DFG-Studie liegen nun erstmals wichtige Information über die Forschungsaktivitäten von Juniorprofessoren vor. Gleichwohl bleiben einige Fragen offen. Wie etwa entwickelt sich die Einbindung von Juniorprofessoren in den Begutachtungsprozess der DFG? In welcher Weise sind sie an der Ausbildung des Weiteren wissenschaftlichen Nachwuchses beteiligt? Diesen und anderen Fragen widmet sich ein Projekt, das derzeit am Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ) konzipiert wird. Die Studie, bei der auch Wissenschaftler aus dem Emmy Noether-Programm und Nachwuchsgruppenleiter einbezogen werden, soll Aufschluss darüber geben, inwieweit mithilfe dieser Programme erfolgreiche Wissenschaftskarrieren entstanden sind und welche Probleme auf dem neuen Weg zu einer Professur nach wie vor bestehen.

Mit der 2002 eingerichteten Juniorprofessur will das BMBF Nachwuchswissenschaftlern früher als bisher eigenständiges wissenschaftliches Forschen und Lehren ermöglichen und die Qualifizierung für eine Professur flexibilisieren. Inzwischen forschen und lehren deutschlandweit rund 900 Juniorprofessoren.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

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