16.06.2009

Jenoptik-Chef Mertin: Gestärkt aus der Krise

Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit dem 42 Jahre alten Physiker über Jena, seine Zwischenbilanz als Vorstandsvorsitzender und die Perspektiven des Unternehmens



Jena/Weimar (dpa) - Seit 2006 steht Michael Mertin an der Spitze der Jenoptik AG in Jena. Der Optik-Konzern gehört zu den wichtigsten 30 deutschen Technologieunternehmen im TecDAX der Frankfurter Börse. Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit dem 42 Jahre alten Physiker über Jena, seine Zwischenbilanz als Vorstandsvorsitzender und die Perspektiven des Unternehmens:

Sie sind gebürtiger Rheinländer, haben in Duisburg, Aalen und für Carl Zeiss in Oberkochen gearbeitet. Ist Jena eine Zwischenstation?

Michael Mertin: «Wir haben in Jena ein Haus gebaut und sind dort im September 2007 eingezogen, wenige Monate nach meiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden. Ein Hausbau ist für mich eine längerfristige Investition. Die Familie fühlt sich wohl in Jena, die Lebensqualität ist gut. Das heißt, wir wollen länger bleiben. Schließlich muss das Haus auch abbezahlt werden.»

Sie sprechen seit ihrem Amtsantritt von einer Neuausrichtung des Konzerns, der 3400 Menschen beschäftigt. Was meinen Sie damit?

Mertin: «Wir haben viel umgekrempelt, Strukturen verändert, uns von riskanten oder kaum ertragreichen Bereichen getrennt und gleichzeitig das Kerngeschäft ausgebaut. Jenoptik hat jetzt eine klare Struktur mit fünf Sparten, die in vielversprechenden Bereichen wie der Solartechnik oder Verkehrsüberwachung operieren. Wir sind nicht mehr ein Sammelsurium vieler Einzelfirmen. Früher konnte es passieren, dass sich Jenoptik-Mitarbeiter verschiedener Firmen auf der selben Messe trafen. Zudem können wir unser laufendes Geschäft, aber auch Investitionen mit dem Geld bezahlen, das wir verdienen und müssen dafür keine Kredite aufnehmen. Geschwindigkeit ist bei Veränderungen wichtig. Ohne sie hätten wir jetzt in der Krise größere Probleme.»

Jenoptik bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren. Es gibt Kurzarbeit, die Umsatz- und Ertragserwartungen für 2009 sind gedämpft. Wie sehen Sie die Zukunft?

Mertin: «Wir haben früh begonnen, unsere Hausaufgaben zu machen. Ich erwarte, dass wir gestärkt aus der Krise herauskommen. In vielen Märkten ist Jenoptik einer der großen Anbieter. Es wird eine Marktbereinigung geben. Uns wird aber vertraut, dass es uns nach der Krise noch gibt. Wir wollen in der schwierigen Zeit, die auch Jenoptik durchmacht, nicht nur Kosten senken, sondern die Basis für Wachstum und Zukunft legen. Ziel bleibt, aus Jenoptik einen profitablen Konzern mit einem Jahresumsatz von einer Milliarde Euro zu machen.»Infineon eine Kapitalerhöhung plane.


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