02.02.2026

Julia Tjus in schwedische Wissenschaftsakademie berufen

Die Astro­physi­kerin ge­stal­tet fort­an bei­spiels­wei­se die Ver­ga­be des Nobel­prei­ses in Phy­sik mit.

Die Professorin für Theoretische Physik an der Ruhr-Universität Bochum und Associated Principal Investigator am Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz wurde als internationales Mitglied in die Kungl. Vetenskapsakademien (KVA) berufen. Die auf Lebenszeit vergebene Mitgliedschaft zählt zu den höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen weltweit und würdigt ihre international anerkannte Forschung an der Schnittstelle von Astroteilchenphysik und KI.

Prof. Dr. Julia Tjus
Prof. Dr. Julia Tjus
Quelle: RUB / Kramer

In der schwedischen Wissenschaftsakademie gibt es nur 175 Plätze für internationale Mitglieder, die alle auf Lebenszeit gewählt sind. Ein Platz wird folglich nur frei, wenn ein internationales Mitglied stirbt. „Persönlich empfinde ich dies als sehr besondere Auszeichnung und Ehre“, freut sich Tjus. „Abgesehen davon, dass die Chance, aufgenommen zu werden, minimal ist, bietet es gleichzeitig die Chance, Dinge wie die Vergabe des Nobelpreises in Physik mitzugestalten.“ Die Wahl fand am 14. Januar statt, außer Tjus nimmt die KVA acht weitere neue Mitglieder auf.

Julia Tjus leitet seit 2013 den Lehrstuhl für Theoretische Physik, insbesondere Plasma-Astro­teilchen­physik an der Ruhr-Universität. Sie ist zudem assoziierte Forscherin an der Chalmers University of Technology in Göteborg, wo sie 2025 zur Ehrendoktorin ernannt wurde. Tjus ist darüber hinaus seit 2015 Direktorin des von der Universitätsallianz Ruhr errichteten Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center (RAPP Center) und seit 2022 Sprecherin des Sonder­forschungs­bereiches 1491.

Die Forscherin arbeitet an der Schnittstelle zwischen Teilchenphysik, Plasmaphysik und Astrophysik mit theoretischen Modellen, die darauf abzielen, hochenergetische Phänomene im Universum zu verstehen. Solche Phänomene finden sich in aktiven Galaxienkernen, Starburst-Galaxien und Verschmelzungen von Schwarzen Löchern, wo Teilchen auf hohe Energien beschleunigt werden und kosmische Strahlung, hochenergetische Neutrinos und Gammastrahlung erzeugen.

Ein Teil von Tjus' Forschung steht im Zusammenhang mit dem IceCube-Neutrino-Observatorium, wo sie mit theoretischen Modellen und der Interpretation von Beobachtungen von Neutrinos, Gammastrahlung und kosmischer Strahlung arbeitet, um zu untersuchen, welche astrophysikalischen Quellen hinter den beobachteten Signalen stehen könnten. Diese Forschung trägt zu einem besseren Verständnis bei, wie die energiereichsten Teilchen des Universums entstehen, wie sie durch den Weltraum transportiert werden und wie extreme astrophysikalische Umgebungen ihre Eigenschaften beeinflussen. [RUB / dre]

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