08.11.2006

Kritik an PISA-Studie

Wenige Tage vor Veröffentlichung einer deutschen PISA-Nachfolgestudie hat der Münchner Physiker Joachim Wuttke dem PISA-Institut der OECD «spektakuläres Scheitern» vorgeworfen.

Berlin (dpa) - Wenige Tage vor Veröffentlichung einer deutschen PISA-Nachfolgestudie hat der Münchner Physiker Joachim Wuttke dem PISA-Institut der OECD «spektakuläres Scheitern» vorgeworfen. Wuttke, einer der Autoren eines neuen Sammelbandes, in dem rund zehn deutsche Wissenschaftler die PISA-Studie einer Fundementalkritik unterziehen, sagte der «Berliner Zeitung», die internationale PISA- Studie sei wissenschaftlich unseriös.

Wuttke hat dem Bericht zufolge den seit 2005 öffentlich vorliegenden Datensatz von PISA 2003 ausgewertet. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass dem internationalen Projektzentrum in Australien «ein kapitaler Programmierfehler unterlaufen ist». Die Folge sei, dass man keine wirklichen Aussagen über das Können deutscher Schüler - etwa in Mathematik - treffen könne. Die bei PISA ermittelten Kompetenzstufen seien so gut wie wertlos.

Hinzu komme, dass die PISA-Stichprobe nicht repräsentativ sei. Unterschiede in den Schulbesuchs- und Teilnahmequoten hätten die Länder-Ranglisten unmittelbar verzerrt. So wäre Deutschland bei PISA 2003 vom 18. auf den 12. Platz unter 30 Ländern vorgerutscht, hätte man OECD-weit alle Tests für Sonderschüler aus der Auswertung ausgeklammert. Denn diese seien ohnehin nur in sieben Staaten gemacht worden. Auch die unterschiedliche Teilnahmequote von Schulen - in Deutschland 98,8 Prozent, in den USA nur 68,1 Prozent - hätten die Ergebnisse verfälscht.

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