05.06.2008

Mehr Tempo beim Konzernumbau von Jenoptik?

Der Umbau des früheren Industriekonglomerates Jenoptik zum profitablen Optoelektronik-Konzern geht vielen Aktionären zu langsam.

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Weimar (dpa) - Der Umbau des früheren Industriekonglomerates Jenoptik zum profitablen Optoelektronik-Konzern geht vielen Aktionären zu langsam. Aktionärsschützer unterstützten bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Weimar zwar die Konzentration auf das Geschäft mit Optik, Lasern und Sensoren, kritisierten jedoch die bisher erreichten Ergebnisse und forderten mehr Mut und Fantasie vom neuen Vorstand. «Ich glaube, dass Sie beim Aufräumen noch nicht ganz am Ende sind», sagte Malte Disselhorst von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Nach den Einschnitten der vergangenen Jahre durch den Verkauf von Konzerntöchtern mit einem Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro war Jenoptik 2007 erneut in die roten Zahlen gerutscht. Zudem verlor das Unternehmen seinen Platz im Technologiewerte-Index TecDAX der Frankfurter Börse.

Die begonnene Neuausrichtung mit der Trennung von riskanten und kostspieligen Projekten, dem Schuldenabbau auf knapp 200 Millionen Euro und einer neuen Managementstruktur sei lediglich der «Anfang eines noch immer andauernden Veränderungsprozesses», sagte Vorstandschef Michael Mertin. «Ein stures Weitermachen hätte den langfristigen Erfolg der Jenoptik gefährdet.» Der 41 Jahre alte ehemalige Zeiss-Manager leitet die Jenoptik AG (Jena) seit einem Jahr.

Mertin bat die Aktionäre um Geduld. Gleichzeitig bekräftigte der Vorstand die Geschäftsprognose für 2008 mit einem Umsatzanstieg von etwa 30 Millionen auf mehr als 550 Millionen Euro und der Rückkehr in die Gewinnzone. Das Betriebsergebnis (EBIT) soll 37 bis 40 Millionen Euro erreichen und durch geringere Zinszahlungen zu einem Überschuss führen. Im ersten Quartal betrug der Konzerngewinn 3,2 Millionen Euro. Langfristiges Ziel bleibe, durch profitables Wachstum wieder die Umsatzmarkte von einer Milliarde Euro zu erreichen, sagte Mertin. «Um international mitspielen zu können, reicht unsere heutige Größe nicht aus, da sich unser Umsatz auf eine Vielzahl unterschiedlicher Märkte verteilt.» Angepeilt würde ein jährliches Umsatzwachstum von zehn Prozent bei einer Gewinnmarge von neun bis zehn Prozent.

Unterdessen zogen drei Vertreter des neuen Jenoptik-Großaktionärs ECE Industriebeteiligungen (Wien) in den Aufsichtsrat des Jenaer Technologiekonzerns ein. Zum Vorsitzenden des Kontrollgremiums wurde Rudolf Humer gewählt, wie das Unternehmen am Abend mitteilte. Die österreichische ECE-Gruppe, die knapp über 25 Prozent der Jenoptik- Aktien hält, ist im Besitz der Privatstiftung der Familie Humer. Dem zwölfköpfigen Aufsichtsrat gehören sechs Arbeitnehmervertreter an.

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