08.04.2024

Nanostrukturen geschickt modellieren

Mariana Rossi erhält den Nernst-Haber-Bodenstein-Preis für ihre Forschung im Grenzgebiet zwischen Chemie und Physik.

Mariana Rossi, eine auf physikalische Chemie spezialisierte, brasilianische Physikerin und Leiterin einer Lise-Meitner-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg, ist von der Deutschen Bunsen-Gesellschaft mit dem renommierten Nernst-Haber-Bodenstein-Preis 2024 ausgezeichnet worden. In ihrer Begründung hebt die Gesellschaft „ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Modellierung komplexer Nanostrukturen und Materialien auf quantenmechanischer Ebene“ hervor.



Abb.: Mariana Rossi mit Robert Franke (l.) und Ralf Ludwig (r.), dem 2. und 1....
Abb.: Mariana Rossi mit Robert Franke (l.) und Ralf Ludwig (r.), dem 2. und 1. Vorsitzenden der Deutschen Bunsen-Gesellschaft.
Quelle: Deutsche Bunsen-Gesellschaft / Kapatsina

Mariana Rossi leitet seit vier Jahren die Gruppe „Simulationen aus Ab Initio-Methoden: Struktur und Dynamik aus der Quantenmechanik (SabIA)“ am MPSD. Ihr Team untersucht, wie Temperatur und Quantenkernbewegungen die strukturellen und elektronischen Eigenschaften komplexer, schwach gebundener Systeme beeinflussen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Chemie und Physik, die die Eigenschaften von Grenzflächen zwischen verschiedenen Materialien bestimmen. Die SabIA-Gruppe ist auch an der Entwicklung der atomistischen Software FHI-aims und i-PI beteiligt.

Die Verleihung des Nernst-Haber-Bodenstein-Preises empfindet Rossi als ein großes Privileg: „Ich freue mich sehr über die Anerkennung meiner Arbeit durch diesen Preis. Ich bin sehr dankbar für all die Möglichkeiten, die mir die deutsche Forschungslandschaft im Laufe meiner Karriere geboten hat, und insbesondere für die aktuelle Anerkennung durch die Deutsche Bunsen-Gesellschaft. Ich hoffe, dass auch jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterrepräsentierten Gruppen in der physikalischen Chemie motiviert werden können, zu sehen, dass dies ein einladendes Gebiet ist!“

In seiner Laudatio bei der Preisverleihung in Aachen betonte der Vizepräsident der Gesellschaft, Robert Franke, Rossis bedeutende Beiträge zur Entwicklung und Anwendung theoretischer Methoden an der Schnittstelle von statistischer Mechanik, elektronischer Strukturtheorie und maschinellem Lernen, angewandt auf das Gebiet der Oberflächenwissenschaften und schwach gebundener molekularer Systeme. „Sie hat die Fähigkeit zur Erstellung von In-silico-Vorhersagen chemischer und physikalischer Eigenschaften weiterentwickelt“, so Franke, „einschließlich nuklearer und elektronischer Quanteneffekte bei unterschiedlichen thermodynamischen Bedingungen in komplexen organisch-anorganischen Systemen.“

Mariana Rossi studierte Physik an der Universität von São Paulo, Brasilien, bevor sie nach Berlin zog, um ihre Promotion am Fritz-Haber-Institut und an der Technischen Universität Berlin abzuschließen. Nach Postdoc-Aufenthalten in Oxford und Lausanne gründete sie mit Unterstützung des Otto-Hahn-Preises der Max-Planck-Gesellschaft eine kleine Gruppe am Fritz-Haber-Institut in Berlin. Im Jahr 2020 wechselte sie nach Hamburg, um mit Mitteln des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms, das zur Rekrutierung und Förderung besonders qualifizierter Wissenschaftlerinnen eingerichtet wurde, eine unabhängige Forschungsgruppe an der MPSD zu leiten.

Seit 1953 vergibt die Deutsche Bunsen-Gesellschaft jährlich den Nernst-Haber-Bodenstein-Preis an eine jüngere Forscherin oder einen jüngeren Forscher für ihre Leistungen auf dem Gebiet der physikalischen Chemie. Er erinnert an die drei deutschen Wissenschaftler Max Bodenstein, Fritz Haber und Walther Nernst.

MPSD / DE

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