18.04.2008

Pariser Klimaforum sucht Branchenlösungen

Heftig kritisiert von Umweltschützern hat am 17. April 2008 in Paris das zweitägige Klimaschutzforum führender Wirtschaftsnationen (MEM/Members of Major Economics) begonnen.

 

Paris/Berlin (dpa) - Heftig kritisiert von Umweltschützern hat am 17. April 2008 in Paris das zweitägige Klimaschutzforum führender Wirtschaftsnationen (MEM/Members of Major Economics) begonnen. Das von den USA initiierte Treffen war auf Washingtons Wunsch auf die Tage nach der Rede des US-Präsidenten George W. Bush zum Klimaschutz gelegt worden. Es soll eine Änderung der in Kyoto beschlossenen Strategie zum Klimaschutz einleiten. So sollen Grenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen für einzelne Branchen statt für Staaten definiert werden. Zudem geht es um den Austausch klimafreundlicher Technologien.

An der Konferenz nehmen die acht größten Industriestaaten (G8), darunter Deutschland, und die acht größten Schwellenländer teil. Ziel ist es, bis zur Klimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen ein Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen zum Klimaschutz zu erreichen. «Der Branchenansatz ist nützlich, um die Anstrengungen der Staaten zu ergänzen», erklärte der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo nach einer Mitteilung seines Ministeriums zur Eröffnung der Konferenz. «Doch er darf zwingende nationale Ziele für Industriestaaten (zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen) nicht ersetzen.»

Bush hatte am Mittwoch eine weitere Erhöhung des Ausstoßes von Treibhausgasen in den USA bis 2025 angekündigt. Erst danach sei dank neuer Techniken mit einem Rückgang zu rechnen. Bush nannte das Kyoto-Protokoll zur Senkung der CO2-Emissionen «mangelhaft». Washington könne Vereinbarungen nur zustimmen, wenn auch Schwellenländer mit großem Wirtschaftswachstum und steigendem CO2-Ausstoß wie China und Indien mitmachten. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wertete Bushs Äußerungen als rückschrittliche «Neandertal-Rede», die «der globalen Herausforderung nicht gerecht» werde.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte das Pariser Treffen. Es laufe parallel zu den eigentlichen Kyoto-Folgeverhandlungen und führe «nicht zu messbaren Verpflichtungen». Bush verfolge «das Ziel, den multilateralen Prozess zu stören», erklärte Greenpeace.

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