29.11.2012

Plasma eröffnet neue Werkstoffeigenschaften für Kunststoffpulver und -granulate

Modifizierung von Gummi und Kunststoffen vom Labor in die industriellen Anwendung übertragen.

Mit Hilfe der Plasmatechnologie lassen sich nun auch Kunststoffpulver und -granulate im industriellen Maßstab modifizieren. Diener plasma hat eine Niederdruck-Plasmaanlage entwickelt, mit der beispielweise funktionale hydrophobe Additive dauerhaft hydrophil gemacht werden können – mit dem Effekt verbesserter Produkteigenschaften für innovative Anwendungen.

Polyethylen ist von Natur aus hydrophob und somit nicht in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen. Deshalb ist der Werkstoff nicht für alle Anwendungen hilfreich. So fehlt beispielsweise oft die chemische Bindung zwischen dem Kunststoffgranulat und dem Additiv. Um dies zu ändern, hat Diener plasma für die Hydrophilierung der Pulver eine Plasmaanlage entwickelt. In der PC-gesteuerten Anlage können pro Charge 25 kg Pulver durch die Zuführung von Sauerstoff, Stickstoff oder Argon als Prozessgase behandelt werden.

Bislang war die Plasmabehandlung von Schüttgütern wie Pulver nur im Labormaßstab mit Mengen bis zu 1 kg möglich. Mit der Anlage hat Diener erstmals die Voraussetzungen für einen industriellen Einsatz geschaffen. Das Pulver wird während des gesamten Prozesses in einem Trommelrezipienten kontinuierlich durchmischt, so dass eine gleichmäßige Behandlung gewährleistet ist. Durch die niedrigen Prozesstemperaturen von rund 30 °C ist die thermische Schädigung des Pulvers ausgeschlossen, so dass deren Grundeigenschaften unverändert bleiben. Die Einstellung der gewünschten Oberflächeneigenschaften wird durch die Variation der Prozessparameter gezielt gesteuert.

Durch die im Plasma wirksamen Sauerstoffgruppen eröffnen sich für Kunststoffverarbeiter neue innovative Anwendungen. So lässt sich die Oberflächenenergie von Polyethylenpulver innerhalb weniger Minuten um das Zehnfache erhöhen. Mit solchen Additiven können sich Kunststoffverarbeiter zum Beispiel Gummi-Typen mit höherer Weiterreißfestigkeit erschließen oder poröse Filterelemente im Sinterprozess herstellen.

Diener / OD

Veranstaltung

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

Vom 22. bis 24. April 2026 lädt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT zum AKL’26 ein. Der Photonik-Kongress mit über 500 Teilnehmenden findet zum 15. Mal statt, diesmal mit einem deutlich erweiterten Programm, über 80 Vorträgen und 54 Ausstellerständen.

Anbieter des Monats

RCT Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

RCT Reichelt Chemietechnik GmbH + Co.

Die Reichelt Chemietechnik wurde am 1. September 1978 als Vertriebs- und Produktionsgesellschaft von Dr. Peter Reichelt in Heidelberg gegründet, wobei sich das Unternehmen als „Mailorderhaus“ verstand.

Meist gelesen

Themen