09.10.2026

PRIMA Hardware aus Heidelberg

NASA wählt neues Welt­raum­tele­skop als ers­tes einer neuen Mis­sions­klas­se aus – MPIA soll zen­tra­le Kom­po­nen­ten lie­fern.

Die Probe Far-Infrared Mission for Astrophysics PRIMA soll nach einem NASA-Beschluss in die nächste Entwicklungsphase gehen. Das geplante Weltraumteleskop soll die Geschichte und Entwicklung des Universums erforschen. PRIMA entspringt einer neuen NASA-Missionsklasse für die Astrophysik, den „Probe Explorers“, die im Rahmen des langjährigen Explorers-Programms der Weltraumbehörde entwickelt werden. Die Rolle des Max-Planck-Instituts für Astronomie in diesem Projekt besteht in der Lieferung von optomechanischen Elementen einschließlich der benötigten Steuerungselektronik.

PRIMA is a 1.8-m diameter, cryogenically-cooled to 4.5 K, far-infrared...
Künstlerische Darstellung von PRIMA mit seinem 1,8-Meter-Spiegel vor dem Hintergrund einer Infrarotaufnahme des Himmels
Quelle: NASA / JPL / Caltech

Die NASA hat PRIMA für die Phase B ausgewählt. In dieser Entwicklungsstufe werden das genaue Design des Teleskops und die benötigten Technologien vertieft ausgearbeitet. Anschließend prüft die NASA in einer umfassenden Begutachtung die technischen, zeitlichen und finanziellen Fortschritte. Erst danach wird endgültig entschieden, ob die Hauptentwicklungsphase (Phase C) und der eigentliche Bau beginnen. Im Falle des Erfolgs sind die Projektkosten für PRIMA auf 1,2 Milliarden US-Dollar gedeckelt – Ausgaben für den Raketenstart und weitere übergreifende Kosten sind nicht mitgerechnet. Der Start des Weltraumobservatoriums ist für 2033 vorgesehen; die geplante Missionsdauer beträgt zunächst fünf Jahre.

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Laura Lehmann • 10/2025 • Seite 24

Einblicke in das frühe Universum

Ausgestattet mit einem 1,8-Meter-Spiegel wird PRIMA tiefe, hochempfindliche Beobachtungen im ferninfraroten Licht durchführen. Damit schließt das Teleskop eine wichtige Beobachtungslücke zwischen bestehenden Infrarotobservatorien wie dem James-Webb-Weltraumteleskop der NASA und großen Radioteleskopen auf der Erde. Durch die Messung von Wärmestrahlung, die nur im Ferninfrarotbereich sichtbar ist, widmet sich PRIMA grundlegenden Fragen der Kosmologie und der Astronomie. Dazu zählen die Entstehung von Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, das Wachstum von Galaxien und deren zentralen Schwarzen Löchern sowie die Anreicherung von kosmischem Staub und schweren Elementen über große Zeiträume hinweg.

„Wir sind stolz darauf, dass das MPIA mit seiner Expertise erneut zu einem wegweisenden NASA-Weltraumteleskop beitragen kann, das nun die nächste Entwicklungsstufe erreicht hat“, sagt Oliver Krause, der die technischen Beiträge des MPIA für die PRIMA-Mission verantwortet. Er leitet die Forschungsgruppe Infrarot-Weltraumastronomie, die an der Abteilung Planetenentstehung und Exoplaneten von MPIA-Direktorin Myriam Benisty angesiedelt ist.

Gemäß Projektplan entwickelt das MPIA zwei hochpräzise, aktiv gesteuerte Spiegel zur Strahlführung, sogenannte zweiachsige Fokalebenen-Chopper. Sie versorgen je eines der beiden Hauptinstrumente des Teleskops: die Kamera PRIMAger (PRIMA Imager) und das Spektrometer FIRESS (Far-InfraRed Enhanced Survey Spectrometer). Ihre Aufgabe ist es, das Sichtfeld der Instrumente durch das Teleskop schnell und punktgenau auf wechselnde Himmelsregionen auszurichten und zu stabilisieren. [MPIA / dre]

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Max-Planck-Institut für Astronomie

Königstuhl 17
69117 Heidelberg
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