23.01.2006

Solarbranche setzt auf Export

Die deutsche Solarindustrie will ihre weltweit führende Position in den kommenden Jahren ausbauen.


Berlin (dpa) - Die deutsche Solarindustrie will ihre weltweit führende Position in den kommenden Jahren ausbauen. «Wir sehen ein stetiges Wachstum, zu dem auch ein höherer Exportanteil beiträgt», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, am Freitag in Berlin. Impulse werde unter anderem das kürzlich beschlossene Förderprogramm im US-Bundesstaat Kalifornien liefern. «Davon versprechen wir uns einige hundert Millionen Euro zusätzlichen Umsatz.» Treiber sei nicht mehr allein der deutsche Markt.

Deutschland ist bei der Installation von Solarstromanlagen weltweit führend. Die Branche sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent gewachsen, sagte Körnig. «Für 2006 rechnen wir ebenfalls mit einem Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich.» Die Entwicklung spiegelt sich auch an der Börse wieder. Die Kurs der im Auswahlindex TecDAX notierten Solarfirmen Q-Cells, ErSol, Conergy und Solarworld sind seit dem Jahreswechsel auf Rekordstände geklettert. Solarworld-Chef Frank Asbeck führt dies auf den Einstieg von amerikanischen und britschen Investoren zurück. «Das hängt mit der neuen Solarförderung in Kalifornien zusammen», sagte er der dpa.

Den Kursanstieg der Q-Cells-Aktie konnte auch der Rückzug von Großinvestoren nicht stoppen. Der Finanzinvestor Apax sowie zwei weitere Anteilseigner hätten über die Börse 4,8 Millionen Aktien verkauft, sagte Finanzvorstand Hartmut Schüning in Thalheim. Er begrüßte den Aktienverkauf, da die Nachfrage nach Aktien der Gesellschaft spürbar gewachsen ist. «Der Kurs wird dadurch stabilisiert.»

Als einer der größten Profiteure des Booms sieht BAW-Chef Körnig die ostdeutschen Bundesländer, in denen sich die meisten Produktionsstandorte der Solarfirmen befinden. «Das ist ein ordentlicher Schub für Ostdeutschland», sagte der Verbands-Chef. Die Strukturhilfen der Länder hätten sich gelohnt. Q-Cells (Sachsen- Anhalt), ErSol (Thüringen) und Solarworld (Sachsen) bauen ihre Fabriken massiv aus, um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen. So will ErSol die Produktion von Solarzellen nahezu verdoppeln.

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