16.11.2006

STEREO-Sonnenteleskope in Betrieb

Die vier Sonnenteleskope an Bord der Raumsonden STEREO A und B arbeiten nach ersten Test einwandfrei.



Die vier Sonnenteleskope an Bord der Raumsonden STEREO A und B arbeiten nach ersten Test einwandfrei.

Die an den beiden Raumsonden STEREO angebrachten Sonnenteleskope der Kieler Universität wurden in Betrieb genommen. Wie die Wissenschaftler Reinhold Müller-Mellin und Stephan Boettcher aus Pasadena meldeten, erhalten sie „haargenau die Signale, die wir vorausgesagt haben. Die Teleskope antworteten wie gut vorbereitete Schüler in einer wichtigen Prüfung. Ergebnis: Bestanden!“ Die Teleskope an STEREO-B waren am Montag und die an STEREO-A am 14. November 2006 von der Bodenstation in Kalifornien aus angeschaltet worden. „Die Kommando-Sequenz verlief planmäßig, die Spannungsversorgung der Elektronik, die Hochspannung und die Temperaturen zeigten die erwarteten Werte. Die Instrumente haben die Strapazen des Starts überstanden und arbeiten erfolgreich in der feindlichen Weltraumumgebung. Doch dafür haben wir sie ja ausgelegt.“

Die vier Sonnenteleskope wurden in der Abteilung Extraterrestrische Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gebaut. Sie werden die von der Sonne ausgeschleuderten Gaswolken untersuchen, um Auskünfte über die Zusammensetzung der energiereichen Teilchenstrahlung und über den Sonnenwind zu erhalten. „Dass die Teleskope arbeiten, ist für uns ein bedeutsamer Erfolg“, reagiert Robert Wimmer-Schweingruber, der Leiter der Abteilung in Kiel, auf die Nachricht. „Das Einschalten der Sensoren war der Augenblick der Wahrheit nach jahrelangen Entwicklungsarbeiten: Funktionieren sie, wie wir es aufgrund ausgiebiger Tests erwartet haben, oder sind sie beim Raketenstart - einer Art kontrollierter Explosion - geschädigt worden. Wenn sie funktionieren, können Wissenschafter aus der ganzen Welt jahrelang mit den Daten arbeiten, die diese Sensoren gewinnen.“

Abb.: So könnte es aussehen: Ein koronaler Massenauswurf zieht an den Zwillingsraumsonden von STEREO vorbei. (Quelle: NASA/Goddard Space Flight Center)

Derzeit „fischen“ die sechzehn Detektoren an der Außenseite der Sonden jedoch noch „im Trüben“. Erst nachdem die Sonden mit Hilfe der Mondanziehung auf ihre endgültige Umlaufbahn eingeschwenkt sind, dürfen die kleinen Türen geöffnet werden, die die empfindlichen Geräte vor allzu starker Sonnenstrahlung schützen. Dies wird etwa Anfang Januar 2007 der Fall sein.

Reinhold Müller-Mellin berichtet vom aktuellen Stand: „Beim Anschalten von STEREO-B am Montag hielten sich die beiden Raumsonden im Formationsflug in der Nähe der Mondbahn auf, das heißt 380.000 km von der Erde entfernt. Jetzt sind sie wieder auf dem Weg zurück zur Erde. Diese Ellipsenbahn durchlaufen sie noch weitere vier Mal. Beim insgesamt fünften Mal ist auch der Mond dort und lenkt STEREO-A mit seiner Schwerkraft auf die endgültige Umlaufbahn um die Sonne. STEREO-B muss den Mond noch einmal abpassen, und lässt sich einen Monat später auf die Umlaufbahn in entgegengesetzter Richtung katapultieren.“

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist die einzige deutsche Universität, die sich an der STEREO-Mission beteiligt. Die Abteilung Extraterrestrische Physik wurde bereits 1998 aufgrund ihres ausgezeichneten Experimentvorschlages und ihrer einschlägigen Erfahrung für das Projekt ausgewählt. Robert Wimmer-Schweingruber leitet den Arbeitsbereich seit 2002.


Quelle: Uni Kiel

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