08.09.2020

Turbulentes Sternenleben im Fokus

Neue Forschungsgruppe widmet sich massereichen Doppelsternen und Supernovae.

Der Astrophysiker Fabian Schneider, „Gliese Fellow“ an der Universität Heidelberg und Gast­ wissenschaftler in der PSO-Gruppe unter Friedrich Röpke, hat mit seiner Forschungs­ leistung den Europäischen Forschungs­ rat (ERC) überzeugt: Er war mit seinem Antrag auf einen ERC Starting Grant erfolgreich. Die mit der Auszeichnung verbundenen Mittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro ermöglichen es dem 34-Jährigen, eine eigene Juniorgruppe am HITS zu etablieren. 
 

Abb.: Fabian Schneider (Bild: HITS / A. Mück)
Abb.: Fabian Schneider (Bild: HITS / A. Mück)

Damit wird das Institut im nächsten Jahr auf 13 Forschungsgruppen anwachsen, drei davon forschen im Bereich der Astrophysik. Die neue Forschungs­ gruppe will vor allem das turbulente Leben von massereichen Doppelsternen und deren explosive Endphasen in Supernovae untersuchen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verschmelzung zweier Sterne.

Fabian Schneider studierte Physik an der Universität Bonn und promovierte 2015 am Argelander-Institut für Astronomie. Danach wechselte er als „Hintze Fellow“ an die Universität Oxford, wo er zu massereichen Sternen, deren Magnetfeldern und zu Supernovae forschte. In dieser Zeit begann die Kooperation mit Friedrich Röpke am HITS, die sich mit seinem Wechsel nach Heidelberg 2018 noch intensivierte: Er wurde Gliese Fellow am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg und arbeitete zugleich am HITS als Gast­ wissenschaftler in der PSO-Gruppe. Zusammen mit Kollegen aus Garching und Oxford veröffentlichte Fabian Schneider im Oktober 2019 eine Studie zur Entstehung von Magnetfeldern bei der Verschmelzung von Sternen in „Nature“. 

Der Europäische Forschungsrat ist die erste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Der ERC fördert mit seinen Grants exzellente Wissenschaftler, die bahnbrechende Pionier­ arbeit in ihrem Forschungs­ gebiet leisten. Mit dem Starting Grant ermöglicht der Europäische Forschungsrat vielversprechenden Nachwuchs­ wissenschaftlern in Europa den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe. 

Für die ERC Starting Grants 2020 wurden von 3.272 Anträgen nur 436 Projekte ausgewählt, die an Universitäten und Forschungs­ instituten in 25 verschiedenen Ländern Europas durchgeführt werden, in Deutschland werden 88 Projekte gefördert. Insgesamt 677 Millionen Euro stellt die EU für die Förderung zur Verfügung. Die Mittel sind Teil des EU-Programms für Forschung und Innovation, Horizont 2020.

HITS / DE
 

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