16.12.2014

Uberlebensstrategie von Exoplaneten

Wie „heiße Jupiter“ in Sternnahe existieren konnen.

Ein Team um Kristina Kislyakova vom Grazer Institut fur Weltraum­forschung der Osterrei­chischen Akademie der Wissen­schaften hat eine Methode vorgestellt, wie sich auch aus einer Entfernung von mehr als 150 Lichtjahren auf planetare Magnet­felder schließen lässt, die die Planeten­atmospharen vor stellaren Winden schutzen.

Abb.: Schnitt durch die 3D-Simulation (links); die blauen und roten Punkte zeigen die Verteilung von neutralem bzw. ionisiertem Wasserstoff, einschließlich der Protonen des Sternwinds, der von rechts auf die Magneto­sphäre des Planeten trifft (Geometrie, rechts, Einheiten jeweils Millionen Kilometer; Bild: K. G. Kislyakova et al. / AAAS)

Die Grazer Forscherin und ihre Kollegen analysierten im Detail Transit­beobachtungen mit dem Hubble-Weltraum­teleskop und fanden eine starke Absorption in der Lyman-Alpha-Wasser­stoff­linie des heißen Jupiters HD 209458b. „Da sich diese Jupiter-ahnlichen Gasriesen sehr nahe um ihre Sterne bewegen, sind sie extremer Strahlung und Stern­winden ausgesetzt, die mit den Atmospharen wechselwirken“, erlautert Kislyakova. Der hohe Energie­fluss des Sterns fuhrt dazu, dass die aufgeheizte Atmosphare solcher Gasriesen sich weit in den Weltraum erstreckt. Dadurch ist der außerste Teil der Atmosphare nicht so wie bei der Erde voll­standig von einer Magneto­sphare geschutzt.

Kristina Kislyakova hat durch die Anwendung von komplexen Computer­modellen die Strahlungs- und Stern­wind­wechsel­wirkung mit HD209458b modelliert und nach Losungen gesucht, welche die Hubble-Beobach­tungen erklaren konnen. Entscheidend dabei ist das Aufheizen der Atmosphare des Planeten durch die extreme ultra­violette Strahlung und wie der Stern­wind auf jenen Teil der Atmosphare trifft, der außerhalb des planetaren Magnetfeldes liegt. „Wie unsere Unter­suchungen zeigen, ist das Magnetfeld von HD 209458b nur zirka zehn Prozent des Magnetfelds von Jupiter betragt. Trotzdem ist es stark genug, um zu verhindern, dass die Planeten­atmosphare vollstandig von den Sternenwinden weggeblasen wird“, fasst Kislyakova zusammen.

ÖAW / OD

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