14.10.2026

Verstärker für Rechenzentren, Messsysteme und Sensoren

Fraunhofer IAF präsentiert Ver­stär­ker-Chip auf Basis der hauseigenen InGaAs-auf-Si-HEMT-Techno­logie bei der European Microwave Week 2026.

Moderne Rechenzentren, hochgenaue Messsysteme und hochauflösende Radarsensoren sind auf extrem breitbandige Ver­stär­ker-Chips angewiesen, die sowohl geringes Eigenrauschen als auch hohe Ausgangsleistungen aufweisen. Forschende des Fraun­hofer-Insti­tuts für Angewandte Festkörperphysik IAF haben eine monolithisch integrierte Mikro­wellen-Schal­tung (monolithic microwave integrated circuit, MMIC) mit herausragenden Werten in den genannten Bereichen entwickelt.

Der breitbandige verteilte Verstärker-Chip erreicht zwischen 4 und 420 GHz...
Der breitbandige verteilte Verstärker-Chip erreicht zwischen 4 und 420 GHz eine Verstärkung von 11 ± 2 dB. Das Bild zeigt die vorangegangene Generation des Verstärkers.
Quelle: Fraunhofer IAF

Der verteilte Verstärker (distributed amplifier, DA) erreicht eine Verstärkung von 11 ± 2 dB im Frequenzbereich zwischen 4 und 420 GHz. Er basiert auf Transistoren mit hoher Elektronenbeweglichkeit (high-electron-mobility transistors, HEMT), die im Materialsystem Indiumgalliumarsenid auf Silizium-Substraten (InGaAs-auf-Si) mit einer Gate-Länge von 20 nm realisiert wurden. Vorangegangene Generationen der Chips entstanden noch auf Gallium­arsenid-(GaAs-)Sub­stra­ten und mit einer Gate-Länge von 35 nm.

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„Der entwickelte Ver­stär­ker-MMIC zeichnet sich durch eine einmalige Kombination der relevanten Parameter Bandbreite, Rauschen und Ausgangsleistung aus. Bis zu einer Frequenz von 202 GHz erreicht er Rauschzahlen zwischen 3,2 und 7,7 dB, in einer auf niedriges Rauschen optimierten Einstellung liegen diese zwischen 2,8 und 6,7 dB. Die gesättigte Ausgangsleistung bewegt sich zwischen 6 und 8 dBm“, erläutert Fabian Thome, Entwickler des MMIC und stellvertretender Geschäftsfeldleiter Hochfrequenzelektronik am IAF.

Insbesondere für die neueste Generation von Rechenzentren, die optische Datenübertragung nutzen, sind derart breitbandige Verstärker relevant. Sie kommen in den Schnittstellen zum Einsatz, in denen optische in elektrische bzw. elektrische in optische Signale umgewandelt werden. Die optische Datenübertragung ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und kompaktere Aufbauten. Die zunehmende Verbreitung von Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz erhöht den Bedarf an modernen Rechenzentren massiv.

Daneben ermöglichen breitbandige Chips mit niedrigem Rauschen und hoher Ausgangsleistung signifikant präzisere Messsysteme und höher auflösende Radarsensoren. Durch performantere Chips steigen Auflösung, Reichweite und Empfindlichkeit der Systeme signifikant an. 

Erstmals vorgestellt wurde der MMIC in einem Fachartikel 2025, jetzt haben ihn die Forschenden vom 4. bis 9. Oktober bei der European Microwave Week – EuMW 2026 – in London präsentiert und eine Live-Messung des Chips demonstriert. [Fh.-IAF / dre]

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Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

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