15.09.2005

Viel Spielraum zum Sparen

Die Autoentwickler sehen noch großes Sparpotenzial beim Kraftstoffverbrauch von Benzin- und Dieselmotoren.


Frankfurt/Main (dpa) - Die Autoentwickler sehen noch großes Sparpotenzial beim Kraftstoffverbrauch von Benzin- und Dieselmotoren. Hybrid-Antriebe und andere modernen Technologien könnten die Autos um rund 40 Prozent sparsamer machen, betonte der Autozulieferer Valeo am Mittwoch auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Den größten Effekt habe dabei neben Hybrid eine elektronische Ventil-Steuerung statt der traditionellen Nockenwelle. Hybrid-Pionier Toyota begrüßte unterdessen den breiten Einstieg deutscher Konkurrenten in die Technologie. «Das wird die Nachfrage anheizen», sagte Toyota-Manager Tadashi Arashima.

«Der Verbrennungsmotor hat mit verbesserter Effizienz noch lange Jahre vor sich», sagte Valeo-Chef Thierry Morin. Valeo zeigt auf der IAA das System StARS, das den Motor beispielsweise beim Halten an der Ampel automatisch ein- und ausschaltet. Damit könne im Stadtverkehr der Spritverbrauch um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden. Die Kosten lägen bei einem Fünftel eines kompletten Hybrid-Antriebs, der bis zu 25 Prozent des Kraftstoffs sparen kann. Mit einer Verbreitung des Antriebs ohne Nockenwelle rechnet Morin nicht vor 2008, da dafür die Motor-Architektur umgebaut werden müsse.

Toyota arbeitet auch an anderen alternativen Antriebsquellen wie der Brennstoffzelle, doch nach Ansicht von Arashima dürfte die Hybrid-Technik noch «mindestens zehn bis 15 Jahre die wichtigste Rolle spielen». In Europa will Toyota im kommenden Jahr seine Hybrid- Verkäufe deutlich ausweiten, sagte der Präsident der Marketing- und Vertriebsorganisation von Toyota. Dank des neuen Hybrid-Modells der Konzerneigenen Luxus-Marke Lexus, des RX400, sollen in diesem Jahr 28 000 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb verkauft werden und im kommenden Jahr bereits 40 000.

Die Hersteller von Erdgas-Autos sehen sich bei aller Aufmerksamkeit für Hybrid-Antriebe auf der IAA im Vorsprung. Erdgas sei die wohl relevanteste alternative Antriebstechnologie, sagte Opel-Chef Hans Demant bei der Vorstellung des neuen Zafira CNG. Opel ist deutscher Erdgas-Marktführer mit etwa 60 Prozent Marktanteil. Durch die bis 2020 festgeschriebene niedrigere Besteuerung werde Erdas noch lange deutlich günstiger als Benzin und Diesel sein, betonte Ulrich Müller vom Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft. Derzeit seien 31 000 Erdgas- Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs. 2006 solle die Zahl um mehr als 50 Prozent steigen.

Unterdessen rückt das «intelligente Auto», das alleine Unfälle vermeiden kann, in greifbare Nähe. Führende Autozulieferer zeigen integrierte Systeme, die für mehr Sicherheit und Komfort sorgen sollen. Valeo verbindet Abstandskontrolle und Einparkhilfe, einen Spurassistenten, Objekt-Erkennung im toten Winkel, ein Infrarot- Nachtsichtsystem und schaltet automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht um. Der US-Konkurrent TRW, der unter anderem Sicherheitssysteme für die S-Klasse lieferte, zeigt ebenfalls ein integriertes Konzept, dass unter anderem Unfälle durch automatisches Bremsen verhindern soll.

Eine weitere Entwicklung sind Frontscheinwerfer, die komplett mit Leuchtdioden (LED) arbeiten. Sie erzeugen keine Hitze, sind kompakter als herkömmliche Leuchten und müssten normalerweise in der gesamten Lebenszeit des Fahrzeugs nicht ausgetauscht werden.

Deutsche Autokäufer können sich laut einer Umfrage zunehmend für Billigautos unter 10 000 Euro begeistern. Während im kommenden Jahr elf Prozent der Befragten die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs in Betracht ziehen, können sich in den nächsten drei Jahren 47 Prozent vorstellen, am Steuer eines Billigautos Platz zu nehmen. Dies geht aus der parallel zur IAA veröffentlichten Umfrage der Beratungsgruppe Marketing Partner hervor.

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