06.02.2004

Zahnersatz von morgen

Eine neue Keramik mit Nanopartikeln verspricht Zahnersatz mit mehr Bissfestigkeit.



Eine neue Keramik mit Nanopartikeln verspricht Zahnersatz mit mehr Bissfestigkeit.

Recklinghausen – Gerhard Meyer von der Fachhochschule Gelsenkirchen hat einen neuen Zahnersatz entwickelt, der mehr Bissfestigkeit verspricht und echten Zähnen noch ähnlicher ist. „Die Keramik ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber den bisher eingesetzten dental-keramischen Werkstoffen“, sagt Gerhard Meyer. „Wir haben dem keramischen Pulver spezifisch modifizierte Nanopartikel zugesetzt und damit die Biegebruchfestigkeit des Materials entscheidend erhöht."

Die so genannte Presskeramik, die später zur passenden Zahnfüllung verarbeitet wird, ist im Keramiklabor der Hochschule entstanden. Durch die Anreicherung mit den Nanopartikeln erreichten die Recklinghäuser Forscher eine Erhöhung der Biegebruchfestigkeit um das Vierfache. Und das wirkt sich entscheidend auf die Haltbarkeit und Bissfestigkeit der damit restaurierten Zähne aus.

Die neue Fräskeramik mit Nanopartikeln hat eine etwa 30 Prozent höhere Festigkeit als herkömmliche Zahnersatzkeramiken. (Quelle: Meyer/FH Gelsenkirchen)

Bei einem anderen Material für Zahnersatz, der so genannten Fräskeramik, ist Meyer und seinem Team eine Steigerung der Festigkeit um mehr als 30 Prozent gelungen. Meyer: "Diese Keramiken werden computergesteuert zu Zahnfüllungen, Kronen oder Brücken gefräst. Für unsere Fräskeramiken verwenden wir entweder Aluminium- oder Zirkonoxid. Das sind Materialien, die auch bei künstlichen Hüftgelenken eingesetzt werden. Auch hier haben wir Nanopartikel zugesetzt und damit die Festigkeit erhöht. Das Material ist gleichmäßig strukturiert und weist neben der hervorragenden Festigkeit eine deutlich verbesserte Transparenz auf und lässt sich sehr gut bearbeiten."

Mit zu Meyers Team gehört Materialtechnikstudent Christoph Vieting, der aus seiner Zeit als Zahntechniker viel praktische Erfahrung in die Forschung eingebracht hat. Vieting: "Bei Brücken wirken auf die dünnen Stege zwischen den Zähnen besonders große Kräfte ein, da muss das Material eine sehr hohe Festigkeit haben."

Doch die neuen Keramiken weisen laut Meyer noch weitere Vorteile auf: "Wir haben die Schrumpfung der Keramik nach der Bearbeitung von etwa 25 auf unter 15 Prozent verringert. Das garantiert eine bessere Passgenauigkeit des Zahnersatzes. Die geringe Schrumpfung erfolgt ganz gleichmäßig in alle Ausdehnungsrichtungen." Außerdem ist das neue Zahnersatzmaterial auch äußerlich echten Zähnen noch ähnlicher geworden. Meyer: "Bei unserem Material ist das Durchscheinen des Lichts und die Lichtbrechung auf dem Material so verbessert, dass es aussieht wie beim natürlichen Zahn."

Quelle: idw

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