Physik Journal 3 / 2026

Cover

Mission Klimarettung
Biokunststoffe
Quantenphysikerinnen
Schwungmassenspeicher

Im Escape Game „Mission Klimarettung “ an der Universität Mainz steht die Erde im Mittelpunkt, und Jugendliche können hier auf unter­haltsame Weise etwas über Klimawandel und Nachhaltigkeit lernen. (Bild: Tobias Rosenbaum; vgl. S. 27)   


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Meinung

Entdecke deine MINT-Talente!Laura Lehmann3/2026Seite 3

Entdecke deine MINT-Talente!

Auch heute noch brauchen wir Programme wie proTechnicale.

Aktuell

DPG / Alexander Pawlak3/2026Seite 6DPG-Mitglieder

Abschluss mit Ausblick

Die Abschlusszeremonie des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologie in Ghanas Hauptstadt zeigte neue Perspektiven für internationalen Austausch und Innovation auf.

Henri Wagner3/2026Seite 7DPG-Mitglieder

Anspruchslose Studierende?

Fast 70 Prozent der Studierenden mit BAföG-Anspruch stellen nie einen Antrag.

Henri Wagner3/2026Seite 8DPG-Mitglieder

Deutsche Städte im Quantenvergleich

Mit Kooperationen und Spitzenforschung behauptet sich Karlsruhe im globalen Vergleich. Auch Stuttgart und München können punkten.

Henri Wagner3/2026Seite 10DPG-Mitglieder

UV-Strahlung im Fokus

Der Fachverband für Strahlenschutz, das Jenaer Zentrum für Romantikforschung und weitere Institutionen würdigen das fast sichtbare Violett.

Henri Wagner3/2026Seite 10DPG-Mitglieder

Goethes Ameise

VDW / Alexander Pawlak3/2026Seite 11DPG-Mitglieder

Neustart des nuklearen Wettrüstens?

Die VDW-Studiengruppe „Europäische Sicherheit und Frieden“ nimmt Stellung zum Auslaufen des New-START-Vertrages.

Kerstin Sonnabend3/2026Seite 12DPG-Mitglieder

Die Schadensanalyse läuft

Nach einem Brand auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums in Darmstadt werden Ursache und Ausmaß des Schadens untersucht.

Alexander Pawlak3/2026Seite 12DPG-Mitglieder

Krisenfeste Wissenschaft

Der Wissenschaftsrat entwirft eine ­Zukunftsagenda 2024 für die Wissenschaft in Deutschland.

Kerstin Sonnabend3/2026Seite 14DPG-Mitglieder

Eiskalt wieder angelaufen

Nach einer sechsmonatigen Pause hat der European XFEL den Betrieb wieder aufgenommen.

Kerstin Sonnabend3/2026Seite 15DPG-Mitglieder

Astronomie atmet auf

Der einzigartige Nachthimmel über dem Paranal-Observatorium bleibt erhalten.

Matthias Delbrück3/2026Seite 16DPG-Mitglieder

„Vernichtender Schlag“

Eine Förderorganisation kündigt harte Einschnitte für die britische Physik an.

Matthias Delbrück,3/2026Seite 16DPG-Mitglieder

USA: Schmidt-Teleskope neuer Art; Kongress kürzt Kürzungen; Mars macht nicht mobil; Abgänge mit Ph.D.

High-Tech

Michael Vogel3/2026Seite 18DPG-Mitglieder

Batterieloser Drucksensor; Voll dehnbare OLEDs; Optik im ­3D-Druck; Schäden in Beton detektieren

Brennpunkt

Henri Wagner3/2026Seite 20DPG-Mitglieder

Auf den Punkt gebracht

Inflation durch AxionenDietrich Bödeker und Dominik Schwarz3/2026Seite 21DPG-Mitglieder

Inflation durch Axionen

Die hypothetischen Elementarteilchen bieten einen Ansatz, um die inflationäre Phase im frühen Universum zu verstehen.

Forum

Der Klimakrise entkommenMaike Pfalz3/2026Seite 27DPG-Mitglieder

Der Klimakrise entkommen

An der Universität Mainz können Schülerinnen und Schüler in einem Escape Room Stationen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit durchlaufen.

„Ihr seid unsere einzige Hoffnung. Ihr müsst die gestohlenen Forschungsdaten rekonstruieren, bevor es zu spät ist. Diese Informationen müssen zum Klimakongress gelangen, denn sie könnten alles verändern. Die FFD versucht mit aller Macht, den Wandel zu einer nachhaltigen Zukunft aufzuhalten. Jetzt liegt es an ­euch: Unsere Zukunft hängt von euch ab!“

So lautet die eindringliche Botschaft von Dr. Stone, einem Klimawissenschaftler, der am Future Institute der Universität Mainz tätig ist. Das Institut wurde 1966 gegründet, um Themen wie den anthropogenen Klima­wandel und dessen Auswirkungen, erneuerbare Ener­gien und Kipppunkte zu erforschen. Darüber hinaus stellen die Forschenden ihre wichtigsten Forschungsergebnisse für die Klimakongresse zusammen. Nun hat eine geheime Organisation von Klimawandelleugnern – die FFD – das Labor gestürmt, die Forschungsdaten vernichtet und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entführt. Doch Dr. Stone ist es gelungen, ein Notsignal abzusetzen und junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu benachrichtigen, damit diese versuchen, die verlorengegangenen Daten wiederherzustellen. Neben der Rekonstruk­tion der Forschungsergebnisse besteht die Aufgabe darin, eine Geheimakte zu finden, um die Person zu identifizieren, die maßgeblich dazu beitragen kann, den Klimawandel zu verhindern. 

Mit diesem Szenario beginnt der Besuch im interaktiven Schülerlabor „BNE Escape Game Lab“ der Universität Mainz.1) Hier können Schulklassen an sechs verschiedenen Stationen experi­mentieren, rätseln, Hinweise suchen und etwas über verschiedene Facetten des Klimawandels lernen.  (...)

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Überblick

Gut verpackt und zügig abgebautKatharina Weber und Joachim Albrecht3/2026Seite 30DPG-Mitglieder

Gut verpackt und zügig abgebaut

Biokunststoffe müssen während ihres Einsatzes und nach dem Gebrauch sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen.

Ohne Kunststoffe ist unser Alltag nur noch schwer vorstellbar. Vom Spielzeug über Haushaltsutensilien bis hin zu unserer Kleidung sind die langkettigen organischen Polymere allgegenwärtig. Ein Problem stellen dabei zunehmend die Wegwerfprodukte dar, wie sie für Verpackungen üblich sind. Meist schon nach ein­maligem Gebrauch landen sie im Müll und belasten die Umwelt. Biokunststoffe bieten eine Alternative, müssen aber während und nach dem Gebrauch gegensätzliche Anforderungen erfüllen.

Kunststoffe sind organische Polymere, die sich aufgrund ihres geringen Gewichts und der vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten für Verpackungen technologisch gut eignen und ökonomischer sind als viele andere Werkstoffe. Die unkontrollierte Entsorgung von Plastikmüll führt jedoch zu einer dramatischen Verschmutzung der Weltmeere, wobei insbesondere die enor­men Lebensdauern üblicher Kunststoffverpackungen zu langfristigen Problemen führen. Einen möglichen Ausweg stellen Verpack­ungen aus Biokunststoffen dar, die idealerweise am Ende ihrer Funktionalität umweltgerecht verrotten. Dazu muss es gleichzeitig gelingen, die gewünschte Schutzwirkung und Robustheit einer Verpackung während des Gebrauchs sicherzustellen und danach einen schnellen und effizienten biologischen Abbau zu ermöglichen [1]. 

Doch schon den Begriff „Biokunststoff“ zu definieren [2], erweist sich als schwierig. Zu den Kunststoffen – umgangssprachlich auch als Plastik bezeichnet – gehören Strukturpolymere in werkstofflichen Anwendungen. Ein Kunststoff entsteht aus einem Polymer oder Polymer­gemisch durch sogenanntes Compoundieren unter Zugabe von Additiven. (...)

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Ein prägender EindruckHang Liu, Katharina Weber und Joachim Albrecht3/2026Seite 34DPG-Mitglieder

Ein prägender Eindruck

Der Einsatz von Oberflächentechnik führt zu Verpackungen mit „Höchsthaltbarkeitsdatum“.

Mit mechanischen Prägemethoden lässt sich die Oberflächentopografie mehrkomponentiger Kunststofffolien gezielt modifizieren. Dabei ordnen sich die Polymerkomponenten innerhalb der Folie neu an, sodass die Ober­fläche nach dem Prägen neue chemische und physikalische Eigenschaften besitzt. So kann mechanisches Prägen wasserabweisende Verpackungsfolien ermöglichen, die nach Gebrauch umweltfreundlich abbaubar sind.

Die Eigenschaften ihrer Oberfläche bestimmen maßgeblich, ob sich eine Folie als Verpackung nutzen lässt. Der Kontakt mit festen und flüssigen Medien kann die Oberfläche der Verpackung angreifen, sodass das Verpackungsgut Schaden nimmt. Idealerweise finden weder mechanische noch benetzende Prozesse statt, und der Inhalt bleibt geschützt. Beschichtungswerkstoffe erlauben es, die Oberflächeneigenschaften von Verpackungen maßzuschneidern. Für empfindliche Güter wie Lebensmittel oder Medikamente muss dieses neue, zusätzliche Material alle Freigaberegularien erfüllen. Dieser bürokratische Schritt entfällt, wenn Folien aus mehreren, bereits genehmig­ten Polymeren bestehen. In solchen „Blends“ kann eine Nachbehandlung die Konstituenten so umordnen, dass die gewünschten Oberflächen­eigenschaften auftreten. Im Folgenden besprechen wir Beispiele, in denen dies für Biopolymere mit einer mechanischen Oberflächenbehandlung gelungen ist. 

Biopolymere bzw. Biokunststoffe können sowohl aus bio­basiertem Material bestehen als auch biologisch abbaubar sein (vgl. den vorhergehenden Artikel). In den hier betrachteten Beispielen kommen zweikomponentige Biopoly­merblends aus biologisch abbaubaren Konstituenten zum Einsatz. Konkret handelt es sich um die beiden Materialsysteme PLA/PBAT und Stärke/Lignin. Um ­deren Eigenschaften einzuordnen, dient jeweils Poly­ethylen (PE) als Vergleich, das stellvertretend für biologisch nicht-­abbaubare Polymere stehen soll. (...)

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Geschichte

Hertha SponerElise M. Crull3/2026Seite 40DPG-Mitglieder

Hertha Sponer

Eine Pionierin der Quantenphysik, die auf dem Boden der experimentellen Tatsachen blieb.

Experimentelle Fortschritte waren für die Entwicklung der frühen Quantenphysik von entscheidender Bedeutung, insbesondere in der Spektroskopie und Elektronen­beugung. In der Experimentalphysik gehörte Hertha Sponer zu den Ersten, welche die Quantentheorie aufgriffen und weiterentwickelten. Sie spielte eine wesentliche Rolle bei der erstaunlichen Entdeckung, dass Materie wie Licht eine Welle-Teilchen-Dualität zeigt.

James Franck berichtete Niels Bohr in den 1910er- und 1920er-Jahren häufig von seinen neuen experimentellen Ergebnissen, die zu bedeutenden theoretischen Fortschritten in der Quantenphysik führten. Die Messdaten – aber auch die Planung und die genaue Durchführung der bahnbrechenden Experimente, aus denen sie stammten – waren indes nicht Franck selbst zu verdanken, sondern vielmehr einer Frau: Hertha Sponer. Sie war es auch, die sich damals maßgeblich sowohl um die univer­sitäre Lehre als auch den täglichen Betrieb in den Göttinger Spektroskopielabors kümmerte [1, 2]. 

Sponer gelang es als Pionierin, gleich mehrere rätselhafte atomare Phänomene mithilfe der Quantenmechanik zu erklären, wie die Dualität der Materie und den Tunnel­effekt. Sie war unter den Ersten, welche die Quantentheorie nutzten, um neue Experimentiertechniken zu entwickeln. In ihrer wohl bekannten Arbeit stellte sie eine präzise neue Methode vor, um diatomische Dissoziationsenergien zu messen, und gab dafür eine explizit quantentheoretische Erklärung zusammen mit bestätigenden Messdaten [3]. Diese Arbeit verfasste sie zwar gemeinsam mit dem Physiker Raymond Birge aus Berkeley, aber aus dessen Korres­pondenz mit Edward Kemble und aus Interviews mit Sponer (und Franck) war später zu erfahren, dass Birge weder selbst Messdaten erhoben noch die theoretische Erklärung von Sponer in ihrer Arbeit gebilligt hat. Während Sponer die seltsame neue Physik aus Göttingen enthusiastisch vertrat, stand Birge dieser skeptisch gegenüber [2, 4]. Daher waren es in der gemeinsamen Arbeit gerade die von Hertha Sponer eingebrachten Gesichtspunkte, denen wir diesen Meilenstein der Molekülspektroskopie verdanken [3]. (...)

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Phyisk im Alltag

Nachladen in MinutenschnelleMichael Vogel3/2026Seite 44DPG-Mitglieder

Nachladen in Minutenschnelle

Schwungmassenspeicher ermöglichen elektrisches Laden mit hoher Leistung.

Menschen

Henri Wagner3/2026Seite 47DPG-Mitglieder

„Hey, auch ihr macht Philosophie irgendwie.“

Interview mit Maximilian Müller

3/2026Seite 48DPG-Mitglieder

Personalien

Manfred Fleischer, Robert Klanner, Peter Schmüser, Paul Söding und Albrecht Wagner3/2026Seite 54DPG-Mitglieder

Nachruf auf Erich Lohrmann

Bodo Geyer und Klaus Kroy3/2026Seite 55DPG-Mitglieder

Nachruf auf Armin Uhlmann

Rezensionen

Alexander Pawlak3/2026Seite 56DPG-Mitglieder

Johannes-Geert Hagmann, Katharina Stuhrberg, ­Eckhard Wallis: Licht und Materie

Kerstin Sonnabend3/2026Seite 56DPG-Mitglieder

Christian Spiering: Das seltsamste Teilchen der Welt

Wolfgang ­Grellmann3/2026Seite 57DPG-Mitglieder

Goerg H. Michler: Mechanik – Mikromechanik – Nanomechanik

Alexander Pawlak3/2026Seite 58DPG-Mitglieder

Olaf Stapledon: Letzte und erste Menschen

DPG

Martin Wolf3/2026Seite 24DPG-Mitglieder

Ausschreibung von DPG-Preisen 2027

3/2026Seite 26DPG-Mitglieder

WE-Heraeus-Stiftung: Research Fellowships

3/2026Seite 39DPG-Mitglieder

DPG-Forum: Wissens- und Technologietransfer im Dialog

3/2026Seite 46DPG-Mitglieder

Physik-Jobbörse auf den DPGFrühjahrstagungen 2026

3/2026Seite 53DPG-Mitglieder

Leading for Tomorrow

Ruzin Ağanoğlu und Agnes Sandner3/2026Seite 59DPG-Mitglieder

Vom Labor in die Anwendung

Eine Umfrage des DPG-Arbeitskreises Chancengleichheit identifiziert Wege zur Beschleunigung der Quantentechnologien.

Samuel Ritzkowski3/2026Seite 62DPG-Mitglieder

Große Erkenntnisse einfach erklärt

Beim Nobelpreisabend wurden die Nobelpreise von 2025 in Physiologie/Medizin, Chemie und Physik allgemeinverständlich vorgestellt.

Felix König und Bero Honegger3/2026Seite 63DPG-Mitglieder

Wettstreit der Disziplinen

In der Leibniz Universität Hannover fand am 14. November 2025 zum zweiten Mal „Die Große MaPhy-Show“ statt.

Sarah Damerow und Michael Schmiedeberg3/2026Seite 64DPG-Mitglieder

Zwischen Experiment und Argument

Das diesjährige German Physicist‘s Tournament gewann ein Team der LMU München.

3/2026Seite 65DPG-Mitglieder

Lehrkräftefortbildungen 2026

3/2026Seite 66DPG-Mitglieder

Niederschrift der Ordentlichen Mitgliederversammlung 2025

3/2026Seite 69DPG-Mitglieder

Stellenausschreibung Hauptgeschäftsführer (m/w/d)

3/2026Seite 73DPG-Mitglieder

Bad Honnef Physics Schools

Tagungen

Reinhard Alkofer, Gernot Eichmann, Denes Sexty und Markus Huber3/2026Seite 70DPG-Mitglieder

Real-Time and Non-Equili­brium Quantum Field Theory

840. WE-Heraeus-Seminar

Shadi Fatayer, Susanne Baumann und Hermann Osterhage3/2026Seite 70DPG-Mitglieder

Scanning Probe Techniques – Current and Future Trends

844. WE-Heraeus-Seminar

Hans Keßler, Andrea ­Bergschneider und Frank Schlawin3/2026Seite 70DPG-Mitglieder

Cavity Control: From ­condensed matter to ­ultracold atoms

846. WE-Heraeus-Seminar

Alexander Blum, Jochen Büttner, Núria Muñoz, Jürgen Renn, Michel Janssen3/2026Seite 71DPG-Mitglieder

Revisiting the History of Quantum Physics

WE-Heraeus-Symposium

Grit Moschkau3/2026Seite 71DPG-Mitglieder

Maker-Technologien im Physik­unterricht – Experimentieren mit 3D-Druck, Microcontrollern und Lasercutter

DPG-Lehrerfortbildung

Notizen

3/2026Seite 72DPG-Mitglieder

Notizen

Produkte / Firmen

Maike Pfalz3/2026Seite 74DPG-Mitglieder

„Die reale Welt ist multiphysikalisch.“

Die Simulationssoftware Comsol Multiphysics erlaubt die Modellierung physikalischer Prozesse.

3/2026Seite 76DPG-Mitglieder

Produktmeldungen

3/2026Seite 81DPG-Mitglieder

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