03.01.2013

Gedankenlesen durch Schnecken­streicheln

Werner Gruber, Heinz Oberhummer, Martin Puntigam: Gedanken­lesen durch Schnecken­streicheln, Hanser, München 2012, 296 S., geb., 19,90 Euro, ISBN 9783446432154

Werner Gruber, Heinz Oberhummer, Martin Puntigam

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Der Titel des Buches macht klar: Dies ist kein normales Sachbuch. Kein Wunder, sind doch die Autoren die beiden Physiker Werner Gruber und Heinz Oberhummer und der Kabarettist Martin Puntigam. Als selbsternannte „schärfste Science Boygroup der Milchstraße“ touren die drei mit ihrem Wissenschaftskabarett erfolgreich durch die Lande. Ihr neuester Buchstreich ist gewissermaßen ein physikalisches Panoptikum der Tierwelt. Wer sich für die Frage interessiert, ob es besser ist, ein Seehase, ein Wasserbär oder ein Wurmgrunzer zu sein, der kann Interessantes über Neuronen, Widerstandsfähigkeit und Schwingungen lernen. Den Haupttext vertiefen „Fact-Boxen“ mit Themen wie Gehirn, Felder, Lärm oder Lithium-Akkus. Kochrezepte gibt es auch, allerdings dürften nicht alle davon zum Ausprobieren anregen.

Eine gewisse kabarettistische Kaltschnäuzigkeit prägt den Tonfall des Buches, eine besinnliche Lektüre sollte man nicht erwarten. Nicht zuletzt machen die Autoren keinen Hehl aus ihrer Skepsis gegenüber jeder Art von Religion sowie Esoterik. Mit Konzepten wie „morphogenetischen Feldern“ wollen sich die Science Busters nicht anfreunden. Stattdessen machen sie als gute Wissenschaftler lieber klar, wo die Wissenschaft zu Recht weiß, was sie weiß und wo sie weiß, dass sie (noch) nichts weiß.

Wer lieber betont seriöse Sachbücher liest, ist hier sicher falsch. Mich hat das Buch mit seiner saloppen Sprache bestens unterhalten und belehrt. Auch seine Gestaltung ist originell. Der samtige Einband lädt darüber hinaus zum Streicheln ein. Im Register sind seltsamerweise einige Umlaute ausgefallen, und so steht „Gl,hw,rmchen“ zwei Zeilen über dem korrekten Eintrag „Güntürkün, Onur“, was schon wieder lustig ausschaut.

Alexander Pawlak

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